Klimawandel (ESRS E1)
Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme (GOV-3)
Die Informationen zur Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme sind im Kapitel ESRS 2 GOV-3 zu finden.
Übergangsplan für den Klimawandel (E1-1, SBM-3)
Die VP Bank bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und damit zur Ambition den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2 °C über dem Niveau vor der Industrialisierung zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1.5 °C zu begrenzen. Da die Entwicklung des Transitionsplans ein fortlaufender und iterativer Prozess ist, erweitert und konkretisiert er sich im Zeitverlauf. Ziel ist es, die Risiken und Chancen des Klimawandels zu identifizieren, analysieren und strategisch darauf zu reagieren.
Governance, Strategieeinbettung und Fortschrittssteuerung
Der vorliegende Transitionsplan wurde vom Group Executive Management (GEM) beschlossen und durch das Strategy & Digitalisation Committee (SDC) im Verwaltungsrat bestätigt. Damit ist der Plan formell in die strategische Gesamtsteuerung der VP Bank eingebunden.
Die detaillierten THG-Reduktionsziele sind im Kapitel E1-4 offengelegt, das aktuelle THG-Inventar im Kapitel E1-6. Die VP Bank priorisiert absolute Emissionsreduktionen. Klimakompensationen für residuale Emissionen kommen erst nach 2030 in Betracht.
Die VP Bank tätigt keine direkten Investitionsausgaben (CapEx) für Aktivitäten in den Bereichen Kohle-, Öl- oder Gas. Die Green Asset Ratio (GAR) der VP Bank beträgt auf Basis der Investitionsausgaben 1.0 Prozent im Verhältnis zu den gesamten abgedeckten Aktiven, wobei die GAR für Beteiligungen an Nicht-Finanzunternehmen bei 18.6 Prozent auf Basis der Investitionsausgaben liegt. Eine Zielsetzung für die zukünftige Entwicklung der Taxonomie-Konformität (Green Asset Ratio) liegt nicht vor. Die Responsible Investment Policy der VP Bank schliesst Investitionen in thermische Kohle systematisch aus. Dies wird im Kapitel S4-1 genauer beschrieben. Für Investitionen im Öl- und Gassektor wendet die VP Bank bei den Eigenanlagen einen sektoralen Dekarbonisierungsansatz (SDA) an und setzt dabei auf zeitgebundene sektorspezifische Zielwerte, welche auf einem 1.5-Grad-Szenario basieren. Somit werden Reinvestitionen in kohlenstoffintensive Branchen gezielt in Emittenten gelenkt, die sektorale Dekarbonisierungspfade einhalten. Dies stellt eine primäre finanzielle Ressource dar, um die Transition der Bank zu unterstützen. Die SDA-Methodik und Dekarbonisierungsziele werden im Kapitel E1-4 genauer beschrieben.
Die Verankerung des Übergangsplans in der Geschäftsstrategie zeigt sich unter anderem durch Massnahmen, die im Jahr 2025 vorangetrieben wurden: die Stärkung der ESG-Due-Diligence bei Unternehmenskrediten, die Nutzung sektoraler Klimapfade für Eigenanlagen, der Ausbau der ESG-Dateninfrastruktur und die Verbesserung der Analyse- und Modellierungskapazitäten. Darüber hinaus sind ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken in der Risikotaxonomie der VP Bank verankert und wirken als Risikotreiber in den klassischen Risikokategorien und bei Reputationsrisiken.
Die Umsetzungsschritte des Übergangsplans werden einmal pro Jahr intern überprüft. Die daraus resultierenden Fortschritte und Erkenntnisse werden in den Kapiteln E1–E6 des Nachhaltigkeitsberichts offengelegt. Zudem erfolgt ein fortlaufendes Fortschrittsmonitoring quartalsweise über die ESG-Scorecard im Rahmen des Quarterly Risk Reports. Dieser Bericht wird dem GEM sowie dem Risk Committee (VRI) des Verwaltungsrats vorgelegt. Weiterführende Informationen zur Governance sind in den Kapiteln ESRS 2 GOV-1 und ESRS 2 GOV-2 zu finden. Eine Beschreibung der ESG-Scorecard erfolgt im Kapitel ESRS 2 MDR-M.
Gemäss der Delegierten Verordnung (EU) 2020/1818 ist die VP Bank nicht von den EU‑Referenzwerten im Sinne des Pariser Abkommens ausgenommen.
Dekarbonisierungshebel und -massnahmen im eigenen Betrieb
Für direkte Scope 1 Emissionen und energiebezogene Scope 2 Emissionen hat die VP Bank eine Netto-Null-Ambition bis 2030 definiert.
Im Bereich der Scope 1 Emission strebt die VP Bank eine Reduktion der THG-Emissionen von 74 Prozent an, von 37.5 tCO2e im Jahr 2024 auf 9.9 tCO2e im Jahr 2030. Ein wesentlicher Hebel ist hierbei die Umstellung des Fuhrparks. Am Standort Luxemburg wurde eine Richtlinie eingeführt, die den Kauf von Firmenfahrzeugen für Mitarbeitende auf Elektro- oder Hybridfahrzeuge mit einem CO₂-Ausstoss von maximal 60 g CO2/km beschränkt. In Liechtenstein strebt die VP Bank eine vollständige Umstellung auf Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2030 an. Am Standort BVI gibt es aktuell ein Verbrennerfahrzeug im Fuhrpark, was aufgrund der Infrastruktur aktuell nicht umgestellt werden kann. An den Standorten in der Schweiz und in Singapur gibt es aktuell keine Firmenfahrzeuge.
Im Bereich der marktbezogenen Scope 2 Emission strebt die VP Bank eine Reduktion der THG-Emissionen von 72.1 Prozent an, von 185.3 tCO2e im Jahr 2024 auf 51.7 tCO2e im Jahr 2030.
Wo möglich, bezieht die VP Bank Energie aus erneuerbaren Energien, um ihre Scope 2-Emission zu reduzieren.2 Die VP Bank hat an ihren Standorten in Luxemburg, der Schweiz und Liechtenstein bereits eine vollständige Beschaffung von Strom aus erneuerbaren Energien erreicht. Hinzu kommen eine zusätzliche Solarstromerzeugung in Liechtenstein sowie Energieeffizienzmassnahmen wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung, optimierte Beleuchtungs- und Lüftungspläne sowie Fernwärmepläne. Das Gebäude am Standort Singapur ist mit dem BCA-Green-Mark-Standard «Platinum» zertifiziert. Eine Ausweitung der Nutzung erneuerbarer Energien wird auf den British Virgin Islands geprüft. Zusätzlich zu internen Dekarbonisierungsmassnahmen tragen nationale Energiestrategien und sektorale Veränderungen, wie die Dekarbonisierung des Stromnetzes, die Einführung von Elektrofahrzeugen und der Ausbau des nachhaltigen Luftverkehrs, zur Emissionsreduzierung entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette bei. Die nationalen Energiestrategien in Singapur, Luxemburg, der Schweiz und Liechtenstein sind auf die Netto-Null-Ziele bis 2050 abgestimmt und treiben die Dekarbonisierung der Stromnetze voran. Diese Entwicklungen unterstützen direkt unsere Scope-2-Emissionsreduktionen.
Im Bereich der Scope 3, Kategorie 15 Emissionen hat sich die VP Bank eine Netto-Null-Ambition bis 2050 für Eigenanlagen gesetzt. Bei Scope 3 Emissionen unterscheidet die VP Bank zwischen betrieblichen Emissionen, die aus den Kategorien 1-14 resultieren, und finanzierten Emissionen, die der Kategorie 15 zuzuordnen sind.
Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse hat gezeigt, dass die Klimathematik in der nachgelagerten Wertschöpfungskette der VP Bank, konkret im Kredit- und Anlagegeschäft, wesentlich ist. Bezüglich der Treibhausgasemissionen gibt Kapitel E1-6 einen detaillierten Überblick über das Treibhausgasinventar der VP Bank und zeigt auf, dass diese im Wesentlichen in Form von finanzierten Emissionen im Bereich Scope 3, Kategorie 15 anfallen.
Dekarbonisierungshebel und -massnahmen bei Eigenanlagen
Die operative Umsetzung zur Erreichung der unter E1-4 genauer beschriebenen sektorspezifischen Ziele bei unseren Eigenanlagen erfolgt auf Basis der Transition Pathway Initiative (TPI). Dementsprechend wurden zwei Kriterien in den Investitionsentscheidungsprozess für Eigenanlagen eingeführt, die erfüllt sein müssen, sofern ein Unternehmen einem der oben genannten emissionsintensiven Sektoren angehört: (i) Das Unternehmen muss sich öffentlich zu einem Netto-Null-Ziel bis 2050 oder früher bekannt haben und (ii) es muss einen TPI Management Score (Version 5.0) von 4 oder höher aufweisen. Auf diese Weise sollen die bilanzwirksamen Investitionen sukzessive auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtet werden.
Die VP Bank baut auf physische Intensitätsmasse und konzentriert sich auf Effizienzsteigerungen. Dies entspricht unserem Ziel, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu finanzieren. Darüber hinaus ermöglichen die Kennzahlen zur Wesentlichkeitsintensität ein besseres internes Fortschrittsmonitoring und eine bessere Vergleichbarkeit in Branchen mit ähnlichem Produktmix. Auf diese Weise können die Auswirkungen von Konjunkturzyklen und dem damit verbundenen Geschäftswachstum oder -rückgang reduziert werden. Gleichzeitig bleiben die Kennzahlen zur physischen Intensität von einer Ausweitung der einbezogenen Geschäftssegmente und einer Zu- oder Abnahme der verwalteten Vermögen pro Geschäftssegment unberührt.
Im Bereich der Eigenanlagen werden Schuld-verschreibungen gemäss Geschäftsmodell der VP Bank für die Anlage der Finanzanlagen bis zur Endfälligkeit gehalten und entsprechend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Eine vorzeitige Veräusserung ist daher nur in Ausnahmefällen möglich. Dies führt zu langfristig gebundenen finanzierten Emissionen ("locked-in financed emissions") und einer Übergangsphase in Bezug auf die nachfolgend beschriebenen operativen Anpassungen zur Berücksichtigung klimarelevanter Kriterien bei Investitionsentscheidungen im Bereich der Eigenanlagen. Unter der Annahme einer durchschnittlichen Haltedauer von sieben Jahren werden die letzten Titel, die nicht nach den im Jahr 2023 festgelegten Kriterien gekauft wurden, in etwa im Jahr 2030 fällig.
Dekarbonisierungshebel und -massnahmen im Kreditgeschäft
Im Kreditgeschäft zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels vor allem im Bereich des Hypothekargeschäfts, das gleichzeitig einen hohen Anteil des Kreditportfolios ausmacht. Im Zusammenhang mit Immobilien sind die Themen Treibhausgasemissionen, Energieeffizienz und Lebensdauer einer Immobilie von Bedeutung. Durch die Finanzierung energieintensiver Gebäude, insbesondere durch eine niedrige Energieeffizienz und Heizsysteme beruhend auf fossilen Energieträgern, hat die VP Bank eine indirekte Wirkung auf den Klimawandel.
Die Sensibilisierung der Kunden für nachhaltigere Bauweisen und energetische Sanierungen kann dazu beitragen, die klimarelevanten Auswirkungen im Hypothekargeschäft zu reduzieren. Neben einem informierten Dialog zwischen unseren Beratern und den Kunden ist eine solide Datengrundlage entscheidend für die Ausarbeitung zielgerichteter Massnahmen und eine effektive Steuerung. Entsprechend hat die VP Bank Massnahmen ergriffen, um die Datenqualität zu verbessern und den Katalog an gebäudespezifischen Merkmalen auszubauen. Zudem wurden Naturgefahren systematisch erhoben und intern ausgewertet. Die Erkenntnisse aus zukünftigen Analysen sollen dabei helfen, zielgerichtete Schritte zu definieren, um die langfristig gebundene finanzierten Emissionen ("locked-in financed emissions") bei der Finanzierung von Wohneigentum im Zeitverlauf zu reduzieren.
Im Bereich der Unternehmenskredite (Forderungen ohne Deckung), insbesondere bei KMU, sind die Sensibilisierung der Kunden für die Klimathematik und die Herausforderung durch eine unzureichende Datengrundlage aufgrund nicht öffentlich verfügbarer oder nicht vorhandener Umweltdaten von Bedeutung. Zur Verbesserung der Datenqualität und -granularität hat die VP Bank einen Fragebogen zur kommerziellen ESG-Due-Diligence-Prüfung erstellt. Dieser muss von allen kommerziellen Kunden beantwortet werden. Ziel ist es, die Kunden im Dialog für die Thematik zu sensibilisieren und eine Datengrundlage aufzubauen, die eine akkuratere CO2-Bilanzierung und Fortschrittsüberprüfung auf dem Weg der Dekarbonisierung ermöglicht. Dabei wird ebenfalls erhoben, ob und in welchem Zeitraum die Unternehmen ein Netto-Null-Ziel definiert haben.
Dekarbonisierungshebel und-massnahmen im Anlagegeschäft
Das Anlagegeschäft im Kontext des Übergangsplans umfasst Anlagen, bei denen die VP Bank den Anlageentscheid für die Kunden trifft und somit auch die Anlageverantwortung trägt. Die VP Bank versteht es als ihre treuhänderische Pflicht, finanziell wesentliche Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den von uns verwalteten Vermögenswerten unserer Kunden zu identifizieren und bei der Anlageentscheidung zu berücksichtigen. Die finanzielle Wesentlichkeit klimabezogener Risiken und Chancen im Anlagegeschäft hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, unter anderem von der Anlageklasse, dem Anlagehorizont, dem Anlagestil und der Region. Die VP Bank integriert Nachhaltigkeitskriterien konsequent in ihre Anlageprozesse und berücksichtigt sie sowohl bei der Portfoliozusammensetzung für ihre diskretionären Mandate als auch bei der Beratung ihrerr Kunden.
Die Auswirkungen auf den Klimawandel im Anlagebereich sind indirekter Natur und resultieren aus den Anlageentscheiden der VP Bank. Beispielsweise können Investitionen in kohlenstoffintensive Branchen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben und die Häufigkeit und Intensität physischer Risiken erhöhen. Umgekehrt können Investitionen in technologische Neuerungen und innovative Unternehmen positive Auswirkungen haben. Allerdings ist der Wirkungsaspekt bei Investitionen schwer mess- und quantifizierbar und kann im Portfoliokontext zu nachteiligen finanziellen Effekten führen.
Die Berücksichtigung von Wirkungsaspekten bei Anlageentscheidungen im Anlagegeschäft ist davon abhängig, ob der Kunde dies explizit wünscht und uns seine Präferenzen mitteilt. Eine grundsätzliche Ausrichtung des Anlagegeschäfts auf das Netto-Null-Ziel liegt nicht vor. Unter Berücksichtigung der Kundennachfrage und der allgemeinen Marktentwicklungen überprüft die VP Bank das Produktangebot fortlaufend. Detaillierte Informationen zum VP Bank Nachhaltigkeitsscore (VPSS) sowie der Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Anlage- und Beratungsprozess sind im Kapitel S4-1 beschrieben.
Investitionen zur Umsetzung des Übergangsplans
Als Finanzinstitut weist die VP Bank im Rahmen der Finanzberichterstattung keine separate CapEx-Abgrenzung im Sinne produktionsbezogener Investitionstätigkeit aus. Aufgrund des Geschäftsmodells fallen nur in begrenztem Umfang Investitionen in materielle Vermögenswerte an, die nicht als CapEx im Finanzbericht ausgewiesen werden. Zur Umsetzung des Übergangsplans stellt die VP Bank daher primär finanzielle Mittel für interne Ressourcen (FTE), die Weiterentwicklung der Prozesse zur Datenerhebung, -qualität und -validierung sowie für den Erwerb von Lösungen für quantitative Klimaszenarioanalysen, Stresstests und Resilienzanalysen bereit. Ergänzend investiert die Bank in Energieeffizienzmassnahmen an ihren Gebäuden, darunter LED-Umrüstung, Optimierung von Heiz- und Lüftungssystemen sowie Ausbau von Photovoltaikanlagen.
Klimaszenarioanalysen
Für ihre zukünftigen quantitativen Klimaszenarioanalysen nutzt die VP Bank die Szenarien des Network for Greening the Financial System (NGFS). Dabei wurden mehrere glaubwürdige Szenarien geprüft. Das Group Executive Management (GEM) hat im Jahr 2025 die folgenden drei Klimaszenarien zur Durchführung ausgewählt, welche durch den Verwaltungsrat bestätigt wurden: Net Zero 2025 (orderly), Delayed Transition (disorderly) und Current Policies (Hot House World). Das Delayed-Transition-Szenario bildet das Baseline-Szenario für die VP Bank und wird für zukünftige strategische Überlegungen herangezogen. Einhergehend hat die VP Bank folgendes Klima-Narrative durch das GEM verabschiedet, welches im Zeitverlauf angepasst werden kann:
«Die VP Bank rechnet damit, dass sie in einem Finanzsystem tätig sein wird, in dem Klimaschutzmassnahmen verzögert werden. Dies wird in Zukunft voraussichtlich zu abrupten politischen Kurswechseln, erhöhter Marktvolatilität und erhöhten physischen Risiken führen. Nach 2030 werden die regulatorischen Rahmenbedingungen aufgrund der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und des öffentlichen Drucks deutlich verschärft werden. Aktuell erwarten wir einen ungeordneten Übergang mit uneinheitlichen Anpassungen in den verschiedenen Sektoren und Regionen.»
Die VP Bank hat eine qualitative Klimaszenarioanalyse bezogen auf das Baseline-Szenario der VP Bank und das worst-case Szenario durchgeführt: «ungeordneter Übergang» («disorderly transition») und «Hot House World». Im Falle eines ungeordneten Übergangs werden hohe Übergangsrisiken und geringe physische Risiken angenommen, da die politischen Reaktionen zwar verzögert, aber dennoch ausreichend sind, um die Klimaziele zu erreichen. Die qualitative Analyse der VP Bank konzentriert sich in diesem Szenario auf die potenziellen Übergangsrisiken. Im Szenario «Hot House World» erfolgen die notwendigen politischen Reaktionen zu spät oder gar nicht, was zu einem starken Anstieg der physischen Risiken führt, während die Übergangsrisiken kaum zum Tragen kommen. Dementsprechend konzentriert sich die qualitative Analyse in diesem Szenario auf den Aspekt der physischen Klimarisiken. Die Bewertung der Szenarien erfolgte im Kontext kurz-, mittel- und langfristiger Zeithorizonte gemäss der Definition in Kapitel ESRS 2 BP-1.
Im Folgenden werden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die für die VP Bank wesentlichen Bereiche des Kredit- und Anlagegeschäfts analysiert.
Szenario: «ungeordneter Übergang»
Die nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft, welche Übergangsrisiken und -chancen sich für die VP Bank in den Bereichen Politik und Recht, Technologie, Markt und Reputation ergeben können. Grundsätzlich können sich Übergangsrisiken negativ auf den Wert von Kreditsicherheiten auswirken. Ein Beispiel dafür ist das Verbot fossiler Brennstoffe für Heizungsanlagen, das mittel- bis langfristig zu einem Wertverlust von Immobilien führen kann. Die Anschaffung eines alternativen Heizsystems wäre mit zusätzlichen Finanzierungskosten verbunden und könnte die Tragbarkeit beeinflussen. Zudem könnte eine mittelfristige Erhöhung der nationalen CO2-Abgaben die Betriebskosten erhöhen und die Tragbarkeit für Wohneigentümer belasten. Die VP Bank ist bestrebt, Übergangsrisiken im Hypothekarportfolio laufend zu identifizieren, in die Bewertung einzubeziehen und gegebenenfalls Massnahmen abzuleiten.
Im Bereich des Anlagegeschäfts können sich Übergangsrisiken über die Neubewertung von Finanzanlagen mittelfristig in Marktrisiken niederschlagen. Übergangsrisiken ergeben sich fortlaufend aus dem Wandel zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Damit verbunden sind verschiedene Unsicherheiten, z.B. politischer oder technologischer Natur, die sich kurz- bis mittelfristig in Form von finanziellen Risiken niederschlagen können, aber auch interessante Anlagechancen darstellen. Auch hier besteht die Tendenz, sich mittel- bis langfristig auf bestimmte Sektoren und Regionen zu konzentrieren, z.B. auf kohlenstoffintensive Sektoren, die stärker von Übergangsrisiken betroffen sind. Ebenso wirken sich politische Massnahmen auf nationaler Ebene (z.B. Einführung einer CO2-Steuer) direkt auf Wirtschaftsstandorte aus.
Übergangsrisiken und -chance | Politik und Recht | Technologie | Markt | Reputation |
Risiken und Chancen | Höhere Bepreisung von Treibhausgasemissionen | Ersatz bestehender Produkte und Dienstleistungen durch emissionsärmere Optionen | Veränderungen des Verbraucherverhaltens | Veränderungen der Verbraucherpräferenzen |
Verstärkte Emissionsbericht- erstattungspflichten | Erfolglose Investitionen in neue Technologien | Unsicherheit in Bezug auf Marktsignale | Stigmatisierung des Sektors | |
Mandate und Regulierungen in Bezug auf bestehende Produkte und Dienstleistungen | Kosten des Übergangs zu emissionsärmeren Technologien | Gestiegene Rohstoffkosten | Zunehmende Besorgnis der Interessenträger | |
Gefahr von Rechtsstreitigkeiten | – | – | Negative Rückmeldungen der Interessenträger | |
Auswirkungen | Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten; Beeinträchtigung des Bankbetriebs | Chancen für neue Produkte und Investitionsmöglichkeiten; Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten (gestrandete Vermögenswerte) | Neubewertungen von Vermögenswerten (Finanzanlagen und Kreditsicherheiten) | Rückläufige Erträge und verringerte Kapitalverfügbarkeit führen zu Neubewertung von Vermögenswerten (Finanzanlagen und Kreditsicherheiten) |
Szenario: «Hot House World»
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, welche akuten und chronischen physischen Risiken sich für die VP Bank aus verschiedenen Naturgefahren ergeben können. Im Bereich der Kreditrisiken können sich physische Risiken mittel- bis langfristig wertmindernd auf Kreditsicherheiten oder auf die von der VP Bank finanzierten Immobilien auswirken. Sanierungs- und Absicherungsmassnahmen gegen Umweltereignisse können die Finanzierungskosten und damit die Tragbarkeit der Kreditnehmer mittelfristig beeinflussen. Zur Ermittlung möglicher physischer Klimarisiken bei ihren Hypotheken hat die VP Bank eine erste Erhebung der Gefährdung ihres Hypothekarportfolios durch Naturgefahren durchgeführt. Dabei wurden Lawinen, Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutsche und Steinschlag als potenzielle Risiken durch Naturgefahren erkannt. Das Gefährdungspotenzial ist grundsätzlich als gering einzustufen, wobei einzelne Objekte einer erhöhten Hochwassergefährdung ausgesetzt sind, welche bereits kurzfristig eine finanzielle Belastung darstellen kann. Die finanziellen Auswirkungen dieser Naturgefahren auf die VP Bank werden grundsätzlich als gering eingestuft. Liechtenstein gehört neben der Schweiz zu den wenigen Ländern, in denen Gebäude und Hausrat flächendeckend gegen Feuer- und Elementarschäden versichert sind.
Im Anlagegeschäft können sich physische Risiken über die Neubewertung der Finanzanlagen auch auf die Marktrisiken der VP Bank auswirken. Bei den Eigenanlagen und im Kundengeschäft berücksichtigt die VP Bank eine Vielzahl von Kriterien, um ein breit diversifiziertes Portfolio von hoher Qualität sicherzustellen. Die Relevanz der physischen Risiken von Unternehmen und Staaten, in welche die VP Bank investiert, hängt insbesondere von der Region und der Branchenzugehörigkeit ab. Die mittel- bis langfristigen finanziellen Auswirkungen sind daher eher als gering einzustufen, da das Portfoliorisiko kurzfristig durch Desinvestitionen von Anlagen mit erhöhtem Risiko reduziert werden kann. Langfristig können die chronischen physischen Risiken für die Anlagen an Relevanz gewinnen, sofern die zu erwartenden Wertminderungen der Anlagen im Portfoliokontext nicht mehr diversifiziert werden können. Die zukünftig von der VP Bank durchgeführte Klimaszenarioanalyse soll zusätzliche quantitative Erkenntnisse liefern und darauf aufbauend in die Erarbeitung des Übergangsplans zum Klimawandel einfliessen.
physische Risiken | Temperatur | Wind | Wasser | Feststoffe | Potenzielle finanzielle Auswirkungen | Bankrisiken |
Chronisch | Temperatur- änderungen; Hitzestress | - | Änderungen der Niederschlagsmuster; Anstieg der Meeresspiegel | Bodenerosion | Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten; Beeinträchtigung des Bankbetriebs | Kreditrisiken; Marktrisiken; Operationelle Risiken |
Akut | Hitzewelle; Kältewelle; Wald- und Flächenbrände | Stürme | Dürre, starke Niederschläge; Hochwasser | Lawinen; Erdrutsche | Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten; Beeinträchtigung des Bankbetriebs | Kreditrisiken; Marktrisiken; Operationelle Risiken |
Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)
Die Identifikation und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen erfolgte entlang der gesamten Wertschöpfungskette der VP Bank. Aufgrund unserer Branchenzugehörigkeit ergeben sich IRO vor allem aus dem Investitionsexposure in andere Unternehmen. Sowohl die vorgelagerte Wertschöpfungskette als auch der eigene Betrieb haben einen unwesentlichen Anteil an den verursachten und der VP Bank zurechenbaren Emissionen (siehe Kapitel E1-6). Mehr zur Beurteilung der wesentlichen IRO unter Berücksichtigung der Wertschöpfungskette findet sich im Kapitel ESRS 2 IRO-1.
Für die VP Bank wurden wesentliche klimarelevante Auswirkungen im Kredit- und Anlagegeschäft identifiziert. Im Kreditgeschäft stehen die Hypotheken und die damit finanzierten Emissionen der Gebäude im Vordergrund. Bei der Bewertung der Gebäude wurden die Auswirkungen durch Scope 1 Emissionen (direkt verursachte THG-Emissionen, z.B. Heizung) und Scope 2 Emissionen (zugekaufte THG-Emissionen, z.B. Stromproduktion) anhand von Schätzwerten berücksichtigt, jedoch keine Scope 3 Emissionen (THG-Emissionen durch Hausbau). Im Bereich der Investitionen erfolgte die Bewertung anhand der Branchenzugehörigkeit und der Region, weil die finanzierten Emissionen im Bereich der Investitionen überproportional aus dem Engagement in THG-intensive Branchen resultiert. Somit führen auch anteilig geringe Volumina in THG-intensiven Branchen zu einem hohen Anteil an den insgesamt finanzierten Emissionen. Im Bereich der Eigenanlagen hat die VP Bank einen sektoralen Dekarbonisierungsansatz (SDA) implementiert, um die finanzierten Emissionen stetig zu reduzieren (siehe Kapitel E1-4).
Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel (E1-2)
Im Verhaltenskodex für Mitarbeitende (Code of Conduct) legt die VP Bank die Erwartungen an ihre Mitarbeitenden dar. Diese sind angehalten, möglichst schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Bei geschäftlichen Entscheidungen sollen soziale und ökologische Aspekte einbezogen werden. Die VP Bank ist bestrebt, ihren ökologischen Fussabdruck möglichst klein zu halten.
Der Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct) beschreibt die Erwartungen, die die VP Bank an ihre Lieferanten hinsichtlich ethischen Verhaltens, Einhaltung von Gesetzen, nachhaltiger Geschäftspraktiken und Einhaltung von Menschenrechtsgrundsätzen stellt. Konkret erwartet die VP Bank von ihren Lieferenten die Einhaltung der UN Global Compact Prinzipien, ILO-Arbeitsstandards, OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen und UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
In der Architektur des New Product Process (NPP) und des Product Review Process (PRP) wurden ESG-Kriterien verankert, um das ESG-Risikomanagement über das gesamte Produktuniversum der VP Bank zu stärken. Im PRP werden die Ergebnisse der initialen Analyse verwendet und laufend angepasst. Die Bewertung im NPP erfolgt durch die Head Group Sustainability oder stellvertretend durch den CIO als Vertreter im Product and Pricing Committee (PCC). Im Rahmen des PRP werden ESG-Kriterien als zusätzliche Risikoart «Sustainability» im Scoringmodell verankert.
Die Responsible Investment Policy der VP Bank legt fest, dass Nachhaltigkeitskriterien bei allen Investitionen berücksichtigt werden, bei denen die VP Bank den Anlageentscheid trifft. Die VP Bank integriert Nachhaltigkeitskriterien in alle diskretionären Vermögensverwaltungsmandate, bei VP Bank Fonds sowie im Bereich der Eigenanlagen. Die Weisung gilt auch im Bereich der Empfehlungsliste für Beratungsmandate, wobei die Anlageentscheidung beim Kunden selbst liegt und es demzufolge zu Abweichungen kommen kann. Weiterführende Informationen zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei Anlageentscheidungen sind im Kapitel S4-1 angegeben.
Im Group Credit Standard hat die VP Bank ihre ESG-bezogenen Richtlinien konkretisiert und einen Ansatz zur Überwachung und internen Berichterstattung von ESG-Risiken entwickelt, um ESG-bezogene Kreditrisiken zu steuern. Vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung muss bei Unternehmenskrediten eine ESG-Due-Diligence-Prüfung durchlaufen werden. Darin enthalten sind zum einen Fragen zu kritischen Geschäftsaktivitäten und -praktiken, die zu einem Ausschluss der Geschäftsbeziehung führen können, sowie zum anderen unternehmensspezifische Angaben, um die notwendigen Angaben zur CO₂-Berichterstattung und zukünftigen Klimaszenarioanalyse zu erhalten.
Die VP Bank entwickelt ihr Risikorahmenwerk laufend weiter und ist gleichzeitig bestrebt, Chancen, die sich aus dem Klimawandel und der Anpassung an den Klimawandel ergeben, zu erkennen und zu steuern. Kurzfristig konzentriert sie sich auf Übergangsrisiken, die sich aus regulatorischen Änderungen und der Anpassung an Kundenbedürfnisse und -präferenzen ergeben. Physische Risiken werden in erster Linie als langfristige Risiken betrachtet. Um die potenziellen negativen Auswirkungen und wirtschaftlichen Folgen von Naturgefahren besser zu verstehen, wurde damit begonnen, die Exposure des Hypothekarportfolios gegenüber Naturgefahren zu bewerten.
Zur Klassifizierung der Klimarisiken, d.h. der physischen Risiken und der Übergangsrisiken, hat die VP Bank die Risikoterminologie des TCFD-Frameworks übernommen. Qualitative Angaben gemäss den Richtlinien der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sind im vorliegenden Bericht enthalten und werden durch Verweise auf die entsprechenden Berichtsabschnitte im Anhang SN.5 als TCFD-Inhaltsindex gekennzeichnet.
Im Bereich der finanziellen Wesentlichkeit spricht die VP Bank in internen Prozessen und Weisungen von ESG-Risiken und klimabezogenen Finanzrisiken. Diese ergeben sich in erster Linie aus dem Engagement der Bank gegenüber ihren Kunden und Gegenparteien sowie aus den investierten Vermögenswerten. Sie können sich sowohl in finanziellen als auch in nichtfinanziellen Risiken manifestieren. Bei der Betrachtung von ESG-Risiken fokussiert sich die VP Bank auf die finanzielle Wesentlichkeit (Outside-in-Perspektive). Dementsprechend sind ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken in das Risikomanagement der VP Bank integriert.
Die vorangehende Abbildung zeigt die Systematik der Risiken mit der Wirkung von ESG-Risiken und klimabezogenen Finanzrisiken als Treiber in den Risikokategorien und Reputationsrisiken als Folgerisiken.
Unser Risikomanagementprozess enthält eine umfassende Risikoüberwachung, die funktional und organisatorisch unabhängig von den risikonehmenden Einheiten durchgeführt wird. Die Risikoüberwachung umfasst die Risikokontrolle und das Risikoreporting. Die VP Bank identifiziert und bewertet ESG- und klimabezogene Finanzrisiken mittels Bottom-up- und Top-down-Analysen im Rahmen der Risikoinventur. Diese bildet die Grundlage für die Risikoidentifikation und die Risikostrategie. Die Ergebnisse der Risikobeurteilungen bilden die Grundlage für das Controlling und Reporting.
Die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken werden als Finanzrisiken betrachtet, die in den bestehenden Rahmen des Risikomanagements zu integrieren sind. Das Risikomanagement umfasst Massnahmen auf allen Organisationsebenen, um die als wesentlich eingestuften Bankrisiken aktiv zu beeinflussen. Das Risk Appetite Statement und andere Rahmenwerke der Bank wurden um ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken erweitert. Die Entwicklung von 1st Line of Defense Richtlinien für ESG- und klimabezogene Finanzrisiko-KPI ist in Arbeit. Parallel dazu werden die entsprechenden 2nd Line of Defense Überwachungsprozesse und das Risikoreporting weiterentwickelt.
Im Einklang mit dem allgemeinen Risikomanagementansatz der VP Bank, der auf dem Rahmenwerk der drei Verteidigungslinien (Lines of Defense) basiert, werden die gleichen Grundsätze für klimabezogene Finanzrisiken angewandt, wobei die Verteidigungslinien, wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt, unterschiedliche Rollen und Funktionen haben.
Verteidigungslinie | Funktion | Beschreibung |
Erste | Risikosteuerung | Aufrechterhaltung wirksamer interner Kontrollen und Durchführung von ESG Risiko- und Kontrollverfahren im Tagesgeschäft. |
Zweite | Risikoüberwachung und Compliance | Unterstützung beim Aufbau von Kontrollen in der ersten Verteidigungslinie. Unabhängige Überwachung und Berichterstattung. |
Dritte | Interne Revision | Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen. |
Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten (E1-3)
Die folgende Tabelle gibt einen ausgewählten Überblick über bereits realisierte, geplante und in Umsetzung befindliche Massnahmen. Angaben zu den eingesetzten Ressourcen und finanziellen Mitteln zur Umsetzung der Massnahmen werden aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses nicht veröffentlicht. Die VP Bank ergreift vielfältige betriebliche Massnahmen zur Sensibilisierung der Belegschaft und Reduktion des Energie-, Wasser- und Papierverbrauchs sowie zur Abfallvermeidung und unterhält ein Umwelt- und Mobilitätsmanagement. Darüber hinaus werden die Mitarbeitenden dazu angehalten, ihr Reiseverhalten möglichst emissionsarm zu gestalten.
Fokus | Anwendungsbereich | Massnahmen | Zielsetzung | Zielerreichung |
|---|---|---|---|---|
Klimaschutz | Nachgelagert (Investments) | Im Bereich der Eigenanlagen prüft die VP Bank bei Investitionen in CO2-intensive Sektoren (Öl und Gas, Zement und Energie), ob die Gegenpartei ein Netto-Null-Ziel bis 2050 verabschiedet hat. | Finanzierte Emissionen der Eigenanlagen resultieren hauptsächlich aus dem Engagement in CO2-intensiven Sektoren. Daher wird in diesen Sektoren darauf geachtet, dass sich die Gegenparteien verpflichten, bis spätestens 2050 auf Netto-Null zu gehen. | Umgesetzt |
Klimaschutz | Nachgelagert (Investments) | Im Bereich der Eigenanlagen prüft die VP Bank bei allfälligen Investitionen in CO2-intensive Sektoren (Kohle, Öl und Gas, Zement und Energie), ob bei der Gegenpartei ein Mindestmass an emissionsbezogener Managementqualität gegeben ist. Als Bewertungsmassstab wird die Methode der Transition Pathway Initiative (TPI) verwendet. | Mit dieser Massnahme soll sichergestellt werden, dass die kommunizierte Netto-Null-Ambition mit einem tatsächlichen Übergang zu einem Netto-Null-Emissionspfad bei den Gegenparteien in den CO2-intensiven Sektoren einhergeht. | Umgesetzt |
Klimaschutz | Nachgelagert (Kredit) | Ausbau der Datenbasis für Gebäudemerkmale zur akkurateren Messung der finanzierten Emissionen. | Um die finanzierten Emissionen genau zu bestimmen und gezielte Massnahmen zu ihrer Reduktion zu entwickeln, arbeitet die VP Bank kontinuierlich an der Erweiterung der Datenbasis und der Verbesserung der Datenqualität. | In Bearbeitung |
Klimawandelanpassung | Nachgelagert (Kredit) | Erhebung von Informationen über die Exposure unseres Hypothekarportfolios gegenüber Naturgefahren. | Die Erfassung von Naturgefahren im Hypothekarportfolio zielt auf ein besseres Verständnis der potenziellen finanziellen Risiken ab. | Umgesetzt |
Klimaschutz | Eigener Betrieb | Grundsätzlich sind nur Firmenwagen mit einem WLTP-Ausstoss von maximal 95 g CO₂/km erlaubt. Es wird empfohlen, vollelektrische oder Hybridfahrzeuge zu wählen. | Durch die Umstellung des Fuhrparks am Standort Luxemburg sollen die Scope-1-Emissionen reduziert und somit die Umweltauswirkungen verringert werden. | Umgesetzt |
Klimaschutz | Eigener Betrieb | Umstellung von physischen auf digitale Broschüren im Rahmen des Kontoeröffnungsprozesses. | Durch den Verzicht auf physische Broschüren konnten Ressourcen und Kosten eingespart und die damit verbundenen Emissionen reduziert werden. | Umgesetzt |
Klimaschutz | Eigener Betrieb | Machbarkeitsprüfung hinsichtlich der Möglichkeiten, am Standort BVI auf erneuerbare Energieträger umzustellen und gleichermassen energieautark zu werden. | Diese Massnahme soll dazu beitragen, die Scope-2-Emissionen der VP Bank weiter zu senken und somit die negativen Auswirkungen resultierend aus der Verwendung fossiler Energieträger zu reduzieren. | In Bearbeitung |
Klimawandelanpassung | Eigener Betrieb, Nachgelagert | Durchführung von Klimaszenarioanalysen als Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsstrategien. | Durchführung einer quantitativen Klimaszenarioanalyse geplant, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die VP Bank besser zu verstehen und entsprechend gezielte Massnahmen zur Reduktion eines möglichen finanziellen Risikos zu ergreifen. | In Bearbeitung |
Ziele im Zusammenhang mit dem Klima und der Anpassung an den Klimawandel (E1-4)
Die VP Bank konzentriert sich auf die Bereiche der Wertschöpfungskette mit der grössten Klimarelevanz. Als Ergebnis unserer doppelten Wesentlichkeitsprüfung und im Einklang mit der allgemeinen Branchenpraxis stammen die wesentlichen klimarelevanten IROs der VP Bank aus unseren nachgelagerten Aktivitäten in der Wertschöpfungskette. Der Fokus liegt dabei auf den nachgelagerten Aktivitäten, auf die die VP Bank den grössten direkten Einfluss hat. Aufbauend auf den übergeordneten Zielen in Kapitel ESRS 2 MDR-T, werden im Folgenden die konkreten klimarelevanten Ziele beschrieben.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die übergeordneten Klimaziele der VP Bank. Ergänzende Informationen sind im Transitionplan in Kapitel E1-1 enthalten. Grundsätzlich konzentriert sich die VP Bank auf Massnahmen zur Emissionsreduktion auf dem Weg zur Zielerreichung. Bei allen Angaben zu den Treibhausgasemissionen im aktuellen Berichtsjahr handelt es sich um Bruttozahlen. Die Berechnung der Messgrössen erfolgt intern.1 Die Ziele im Zusammenhang mit Klimaaspekten beruhen derzeit nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind nicht extern validiert.
Wertschöpfungskette | Geltungsbereich (Scope) | Geltungsbereich (Kategorie) | Einheit | Zieljahr | Zielwert | Bezugswert (2024) | Berichtswert (2025) |
Eigener Betrieb | Scope 1 | – | tCO2e | 2030 | 9.9 | 37.5 | 26.7 |
Vorgelagert | Scope 2 | markt-basiert | tCO2e | 2030 | 51.7 | 185.3 | 161.8 |
Nachgelagert | Scope 3 | 15 (Eigenanlagen) | tCO2e | 2050 | n/a1 | 222'975.7 | 196'269.8 |
1Netto-Null-Ambition: Derzeit liegen keine Bruttoziele für Scope-3-Emissionen vor; diese werden im Rahmen des Übergangsplan für den Klimawandel erarbeitet.
«Finanzierte Emissionen» werden als Teil der nachgelagerten Wertschöpfungskette unter Scope 3, Kategorie 15 erfasst. Die VP Bank hat sektorspezifische Intensitätsziele und Massnahmen zur Dekarbonisierung ihrer Eigenanlagen erarbeitet. Die VP Bank wendet einen sektorspezifischen Dekarbonisierungsansatz (SDA) an, der auf der Methode der Transition Pathway Initiative (TPI) basiert. Der SDA verfolgt einen sektorspezifischen Ansatz, bei dem Unternehmen innerhalb eines Sektors miteinander und mit sektorspezifischen Benchmarks verglichen werden. Aus diesem Vergleich ergibt sich die Leistung eines durchschnittlichen Unternehmens, das sich an internationalen Emissionszielen orientiert.
Die VP Bank wendet zeitgebundene sektorspezifische Zielwerte an, wie sie zum Zeitpunkt der letzten Branchenbewertung von TPI für das 1.5 °C-Szenario angegeben werden. Dieses Szenario steht im Einklang mit dem übergeordneten Ziel des Pariser Klimaabkommens, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und weitere Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1.5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Es entspricht einem Kohlenstoffbudget, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent auf 1.5 °C begrenzt.
Sektor | NACE | Geltungsbereich (Scope) | Einheit | Zieljahr | Zielwert1 | Bezugswert (2024)2 | Berichtswert (2025)2 |
Öl und Gas | B6, C19.2 | 1, 2, 3 | gCO2e/MJ | 2030 | 46.76 | 69.14 | 68.45 |
Energie | D35.11, D35.12, D35.13 | 1 | tCO2e/MWh | 2030 | 0.19 | 0.32 | 0.31 |
Zement | C23.5, C23.6 | 1 | tCO2e/t | 2030 | 0.42 | 0.53 | 0.53 |
Kohle | B5 | 1 | tCO2e | 2024 | 0.00 | 0.00 | 0.00 |
1Die Zielwerte basieren auf der TPI-Methode für das 1.5°C-Szenario.
2Der Indikator wird als gewichteter Durchschnitt des Investitionsvolumens im Sektor ermittelt. Fehlen Werte für eine Position, werden Vorjahreszahlen oder der Industriedurchschnitt herangezogen.
Um die Vergleichbarkeit für 2025 sicherzustellen, wurden die Bezugswerte für das Jahr 2024 korrigiert. Dabei werden zwei Aspekte berücksichtigt. Einerseits werden dem Sektor Öl und Gas neu auch Unternehmen mit der NACE-Klassifizierung C19.2 zugerechnet. Zum anderen wurden Emissionen zuvor nicht berücksichtigt, sofern das Finanzinstrument durch eine Tochtergesellschaft emittiert wurde, welche als Finanzdienstleister (NACE K64.3) eingestuft ist. Neu stellt die VP Bank auf die Muttergesellschaft (ultimate parent) ab und erweitert entsprechend den Kreis.
Aufgrund der derzeit teilweise noch geringen Datenverfügbarkeit können die intensitätsbasierten Messgrössen von Jahr zu Jahr variieren, bis eine bessere Datenerfassung erreicht ist. Zukünftige Berichtsjahre werden voraussichtlich rekalibrierte Vorjahreszahlen enthalten, um eine bessere Datenverfügbarkeit und ein konsistentes Fortschrittsmonitoring zu gewährleisten. Wenn keine unternehmensspezifischen Emissions- und/oder Produktivitätsdaten verfügbar sind, wird eine branchenspezifische Durchschnittsmethode angewandt. Der Branchendurchschnitt basiert auf Informationen, die von der TPI für jede Branche und jedes Jahr zur Verfügung gestellt werden.
THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen (E1-6)
Die VP Bank berichtet über die Scope 1, Scope 2 und Scope 3 Emissionen in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocols und wendet den im Rahmen der CSRD geforderten Ansatz der operativen Kontrolle an, d.h., die Berichterstattung konzentriert sich auf operative Aktivitäten, Beziehungen und Vermögenswerte, welche die Bank direkt steuern kann. Das Scope-3-Emissionsinventar der VP Bank umfasst die Kategorien 1, 2, 5, 6, 7 und 15. Obwohl die Scope-3-Kategorien 1, 2, 5, 6 und 7 als nicht wesentlich eingestuft wurden, legt die VP Bank diese offen, um ein möglichst vollständiges Bild des Treibhausgasinventars zu vermitteln. Die Basis für die Berechnung der Treibhausgasemissionen entspricht dem in ESRS 1 definierten Konsolidierungskreis. Es gibt keine Emissionen, die im Rahmen von Emissionshandelssystemen reguliert werden.
Rückblickend | Etappenziele und Zieljahre | ||||||
Bezugswert (2024)1 | Berichtswert (2025)6 | % (2024/ 2025) | 2025 | 2030 | 2050 | Jährlich, % des Ziels/Basisjahr | |
Scope-1-Treibhausgasemissionen | |||||||
Scope-1-THG-Bruttoemissionen (tCO2e) | 37.5 | 26.7 | -28.9 % | - | 9.94 | 9.94 | 19.9 % |
Scope-2-Treibhausgasemissionen | |||||||
Standortbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen (tCO2e) | 507.8 | 554.2 | 9.1 % | – | – | – | – |
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen (tCO2e) | 185.3 | 161.8 | -12.7 % | – | 51.75 | 51.75 | 17.6 % |
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen | |||||||
Gesamte indirekte Scope-3-THG-Bruttoemissionen (tCO2e) | 544'816.8 | 571'502.7 | 4.9 % | – | – | – | – |
1 Gekaufte Waren und Dienstleistungen | 6'491.7 | 6'439.2 | -0.8 % | ||||
2 Investitionsgüter | 1'092.6 | 1'018.5 | -6.8 % | – | – | – | – |
5 Abfallaufkommen in Betrieben | 171.5 | 167.8 | -2.2 % | – | – | – | – |
6 Geschäftsreisen | 1'055.1 | 464.1 | -56.0 % | – | – | – | – |
7 Pendelnde Mitarbeitende | 2'575.7 | 2'389.4 | -7.2 % | – | – | – | – |
15 Investitionen2 | 533'430.2 | 561'023.7 | 5.2 % | – | n/a3 | n/a3 | – |
THG-Emissionen, insgesamt | |||||||
THG-Emissionen, insgesamt (standortbezogen) (tCO2e) | 545'362.1 | 572'083.6 | 4.9 % | ||||
THG-Emissionen, insgesamt (marktbezogen) (tCO2e) | 545'039.6 | 571'691.2 | 4.9 % | ||||
1Gegenüber den Vorjahreswerten gab es folgende Änderungen: Scope 3, Kategorie 1 wurde neu aufgenommen und wird gemeinsam mit Scope 3, Kategorie 2 anhand der ausgabenbasierten Methode berichtet. Die Werte für 2024 wurden für Scope 3, Kategorie 2 angepasst (2024: 35.6 tCO2e) und für Scope 3, Kategorie 1 neu ausgewiesen. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im untenstehenden Methodikabschnitt.
2Kategorie 15 entspricht den finanzierten THG-Emissionen, die weiter unten in diesem Kapitel im Detail erläutert werden.
3Netto-Null-Ambition: Derzeit liegen keine Bruttoziele für Scope-3-Emissionen vor.
4Die Restemissionen resultieren aus den monatlichen Tests der dieselbetriebenen Notstromaggregate an den verschiedenen Standorten. Diese starten im Falle eines Stromausfalls automatisch. Ein kleiner Anteil ist zudem auf den jährlichen Austausch der Kältemittelflüssigkeit in den Klimaanlagen zurückzuführen.
5Die Restemissionen ergeben sich aus «verkörperten Emissionen» aus der Infrastruktur, der Wartung und anderen Lebenszyklustätigkeiten von erneuerbaren Energiequellen, mit Ausnahme der Emissionen am Verbrennungspunkt.
6Die Vorjahreswerte enthalten die Daten des Standorts Hongkong (4,0 VZÄ), der im aktuellen Berichtszeitraum nicht mehr zum Konsolidierungskreis gehört. Auf eine Anpassung der Vergleichszahlen wurde verzichtet, da sich die Gesamtaussage der Nachhaltigkeitsberichterstattung dadurch nicht wesentlich verändert.
THG-Intensität je Nettoeinnahme | Bezugswert (2024) | Berichtswert (2025) | % N/N-1 |
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) je Nettoeinnahme (tCO2e/CHF 1'000) | 1.6 | 1.7 | 6.0 % |
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) je Nettoeinnahme (tCO2e/CHF 1'000) | 1.6 | 1.7 | 5.9 % |
Überleitung der Nettoeinnahmen | Wert |
Bezugswert 2024 (in CHF Mio.)1 | 330.5 |
Berichtswert 2025 (in CHF Mio.)1 | 337.3 |
1Die Nettoeinnahme für die Berechnung der THG-Intensität entspricht dem Geschäftsertrag für das aktuelle Berichtsjahr.
Betriebliche Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren
Für die Aktivitätsdaten für THG-Emissionen der Scopes 1, 2 und 3 (Kategorien 1, 2, 5, 6, 7) werden, sofern möglich, Primärdaten verwendet, d.h. standortspezifische Daten, die direkt vom Lieferanten oder aus internen Prozessen stammen. 94 Prozent unserer Emissionen im Berichtszeitraum basieren auf primären Aktivitätsdaten. In den wenigen Fällen, in denen keine Primärdaten verfügbar waren, hat die VP Bank entweder Sekundärdaten (weniger als 1 Prozent) oder eine Mischung aus Primär- und Sekundärdaten (6 Prozent) verwendet. Bei den Sekundärdaten handelt es sich um Annahmen, die auf nationalen Daten oder Durchschnittswerten anderer VP Bank Standorte basieren, wenn keine anderen Primärdaten verfügbar waren. Bei der VP Bank Schweiz beispielsweise lagen keine Daten zum Pendeln vor, sodass nationale Statistiken des Schweizer Bundesamts für Statistik verwendet werden.
Wenn möglich kommen die Gesamtemissionen und die Emissionsfaktor einer Aktivität für Scope 1, 2, und 3 Emissionen (Kategorien 1, 2, 5, 6, 7) direkt von den Lieferanten. Im Berichtszeitraum wurden 4 Prozent unserer gesamten Treibhausgasemissionen anhand der Emissionsfaktoren unserer Lieferanten berechnet. In Fällen, in denen diese Daten nicht verfügbar waren, wurde die ecoinvent 3.10-Datenbank mit den Werten des Global Warming Potential 100 (GWP 100) des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) aus dem Jahr 2021 verwendet, was 26 Prozent der Emissionen entsprach. Die ausgabenbasierten Emissionsfaktoren für die Kategorien 1 und 2 stammen aus EXIOBASE 3.8 über die öffentliche Datenbank von Climatiq und machen den Rest unserer gesamten betrieblichen Emissionen aus.
Im aktuellen Berichtsjahr werden erstmals Emissionen aus Scope 3, Kategorie 1 ausgewiesen. Zur Erhebung dieser Daten wenden die VP Bank einen ausgabenbasierten Ansatz an, bei dem die Emissionen anhand der getätigten Ausgaben geschätzt werden, indem diese mit branchenweiten Emissionsfaktoren verknüpft werden. Diese Methode ist jedoch mit Schätzfehlern behaftet, da sie auf breiten ökonomischen Durchschnittswerten basiert und keine tatsächlichen Aktivitäten oder lieferantenspezifischen Daten berücksichtigt. Um die Konsistenz der beiden beschaffungsrelevanten Kategorien zu wahren, wurde auch Kategorie 2 auf eine ausgabenbasierte Berechnung umgestellt. Die Emissionsdaten für 2024 wurden rückwirkend angepasst, um die Vergleichbarkeit mit den Daten für 2025 sicherzustellen.
Die Reduktion der Scope-1-Emissionen um 29 Prozent ist auf eine strengere Flottenregelung in Form angepasster interner Emissionsgrenzen von 60 g CO₂/km zurückzuführen. Zudem wurde der Fuhrpark am Standort Luxemburg zunehmend mit vollelektrischen Fahrzeugen ausgestattet, wodurch sich die THG-Emissionen von 23 tCO₂e im Jahr 2024 auf 11 tCO₂e im Jahr 2025 reduzierten.
Die Emissionsreduktion um 54 Prozent bei Geschäftsreisen (Kategorie 6) ist grösstenteils auf die Anwendung aktualisierter Emissionsfaktoren zurückzuführen. Die Emissionswerte basieren auf den neuesten DESNZ-Koeffizienten für Flugreisen, welche für das Jahr 2025 deutlich niedriger ausfallen.¹ Darüber hinaus wurden im vorliegenden Berichtszeitraum 7 Prozent weniger Kilometer geflogen als im Vorjahr.
Zur Bewertung der Datenqualität werden die Indikatoren des GHG Protocol herangezogen. Diese umfassen die technologische, zeitliche und geografische Repräsentativität sowie die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der Datenmessungen. In Fällen, in denen keine Primärdaten verfügbar sind, werden Annahmen und Schätzungen vorgenommen, die sich auf sekundäre Datenquellen stützten. Diese Einschränkungen können sich auf die Genauigkeit der berichteten Treibhausgasemissionen auswirken, und es werden Anstrengungen unternommen, um die Genauigkeit und Vollständigkeit der Daten zu verbessern. Zur Erkennung von Transkriptionsfehlern und Ungereimtheiten werden alle Daten automatisch markiert, wenn sie um mehr als 5 Prozent von den Vorjahresdaten abweichen. Um die Datenqualität zu erhöhen, ist geplant, die Datenerfassung und die Emissionsfaktordaten kontinuierlich zu verbessern. Zudem muss jeder Standort Datenplausibilitätsprüfungen durchführen.
Finanzierte THG-Emissionen
Die finanzierten Emissionen der VP Bank werden als Scope 3, Kategorie 15: «Investments» erfasst und sind für Finanzinstitute von wesentlicher Bedeutung. Die VP Bank berichtet über die THG-Emissionen aus dem Kredit- und Anlagegeschäft, wobei letzteres die Eigenanlagen der VP Bank sowie Kundenvermögen, für deren Anlageentscheid die VP Bank verantwortlich ist, einschliesst. Bei der methodische Umsetzung orientiert sich die VP Bank an den Richtlinien der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF).
Im Bereich des Kreditgeschäfts werden die finanzierten Emissionen für Gewerbeimmobilien und Hypotheken sowie Unternehmenskredite erfasst.1 Im Anlagegeschäft werden die folgenden Assetklassen zur Berechnung der finanzierten Emissionen bei Direktanlagen und Fonds berücksichtigt: börsenkotierte Aktien und Unternehmensanleihen sowie Staatsanleihen. Die VP Bank bietet keine Projekt- oder Fahrzeugfinanzierungen an. Cash-Positionen und Derivate sind für die Berechnung finanzierter Emissionen nicht relevant und reduzieren den Deckungsgrad entsprechend.
Zur Ermittlung der THG-Emissionen der Hypothekarforderungen wird erstmals eine Mischform angewendet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Datenbasis aus internen Systemen bezüglich Gebäudemerkmalen bei Bestandsimmobilien in der Schweiz im Jahr 2025 verbessert werden konnte.1 Somit wird, wo möglich, auf gebäudespezifische Merkmale zur Emissionsberechnung abgestellt. In allen anderen Fällen erfolgt die Berechnung, wie in den Vorjahren, mittels Näherungswerten auf Basis der PCAF-Datenbank für europäische Gebäudeemissionsfaktoren.2 Die verwendeten Emissionsfaktoren sind länderspezifisch und unterscheiden zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien.
Zur Ermittlung der finanzierten Emissionen im Anlagegeschäft werden Daten eines Drittanbieters für tatsächlich berichtete THG-Emissionen von Unternehmen herangezogen. Im Rahmen von Stichproben werden diese manuell auf Grundlage von Geschäftsberichten der Unternehmen überprüft, um eine möglichst hohe Datenqualität sicherzustellen.
Art | Position | Konto | Volumen (in CHF 1'000) | Nicht abgedeckt (in CHF 1'000) | Deckungsgrad (in %) | Emissionen1 (tCO2) | Intensität (tCO2/Mio. CHF) | PCAF Qualität2 (Wert 1–5) |
Kredite | Forderungen gegenüber Kunden | Hypothekarforderungen4 | 3'660'906 | 115'773 | 96.8 % | 6'988 | 2.0 | 4.7 |
ohne Hypothekarforderungen5 | 140'867 | 11'720 | 91.7 % | 188 | 11.0 | 1.0 | ||
Eigenanlagen | Forderungen aus Geldmarktpapieren | – | 157'414 | 0 | 100 % | 28'263 | 179.5 | 4.0 |
Forderungen gegenüber Banken3 | – | 746'621 | 746'621 | 0 % | – | – | – | |
Finanzinstrumente | Bewertet zu fair value | 239'207 | 47'946 | 80.0 % | 16'398 | 84.6 | 2.2 | |
Bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten | 2'027'972 | 19'020 | 99.1 % | 151'609 | 75.5 | 2.6 | ||
Kundenvermögen | Vermögen mit Verwaltungsmandat | – | 5'446'400 | 820'854 | 84.9 % | 316'042 | 68.4 | 2.6 |
Vermögen in eigenverwalteten Fonds | VP Bank Fonds | 741'826 | 27'433 | 96.3 % | 41'535 | 58.1 | 2.5 | |
Berichtswert (2025) | 13'161'213 | 1'789'367 | 86.4 % | 561'024 | 49.8 | 3.2 | ||
Bezugswert (2024) | 12'503'970 | 1'498'923 | 88.0 % | 533'430 | 48.5 | 3.5 | ||
1In den ausgewiesenen finanzierten Emissionen der VP Bank werden die Scope-1- und -2-Emissionen dritter Unternehmen berücksichtigt.
2Die Berechnung des PCAF-Qualitätswerts berücksichtigt keine Positionen in Fonds.
3Die Bilanzposition «Forderungen gegenüber Banken» beinhaltet ausschliesslich Sichteinlagen bei anderen Banken und ist für die Berechnung der finanzierten Emissionen nicht relevant.
4Das Konto «Hypothekarforderungen» beinhaltet Gewerbeimmobilien und Hypotheken.
5Das Konto «Ohne Hypothekarforderungen» bezieht sich auf Unternehmenskredite.
Erwartete finanzielle Auswirkungen wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen (E1-9)
Für das laufende Geschäftsjahr wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich auf eine qualitative Analyse auf der Grundlage von zwei Klimaszenarien zu stützen. Detaillierte Information hierzu finden sich in Kapitel E1-1.