Risikomanagement der VP Bank Gruppe

1. Überblick

Für den Erfolg und die Stabilität einer Bank ist ein effektives Kapital-, Liquiditäts- und Risikomanagement eine elementare Voraussetzung. Die VP Bank versteht darunter den systematischen Prozess zur Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung der relevanten Risiken sowie die Steuerung des Kapitals und der Liquidität, die für die Risikoübernahme und zur Gewährleistung der Risikotragfähigkeit benötigt werden. Den verbindlichen Handlungs­rahmen hierfür bilden die vom Verwaltungsrat der VP Bank Gruppe festgelegten Reglemente, bestehend aus Risk Appetite Statement, Risikopolitik und Risikostrategien.

Das Risk Appetite Statement definiert den übergeordneten Risikoappetit entlang der Risikotaxonomie und bildet damit die Grundlage für die Operationalisierung von Limiten und Zielvorgaben in der Risikopolitik. Als übergreif­endes Rahmenwerk regelt die Risikopolitik zusammen mit den Risikostrategien je Risikogruppe (Strategie und Geschäftsrisiken, Finanzrisiken sowie nicht finanzielle Risiken) die spezifischen Zielsetzungen und Grundsätze, Organisations­strukturen und Prozesse, Methoden und Instrumente des Risikomanagements.

Regulatorische Anforderungen bezüglich Risikomanagement sind in Liechtenstein vor allem im Bankengesetz (BankG) und in der Bankenverordnung (BankV) geregelt. Darüber hinaus finden in Liechtenstein die Kapitaladäquanz­verordnung (Capital Requirements Regulation, CRR) zusammen mit der Kapitaladäquanz­richtlinie (Capital Requirements Directive, CRD) Anwendung. Die CRD wurde in Liechtenstein im BankG und in der BankV umgesetzt. Die VP Bank wird von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein als lokal systemrelevantes Institut eingestuft und muss in Summe über Eigenmittel in Höhe von mindestens 12.5 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiven verfügen. Dank ihrer überaus soliden Kapitalbasis, ihrer Bilanzstruktur und ihrer komfortablen Liquiditätssituation hat die VP Bank die regulatorischen Mindestanforderungen 2024 stets deutlich übererfüllt.

Kapital- und Bilanzstrukturmanagement

Die Mindestkapitalquote der VP Bank von 12.5 Prozent der risikogewichteten Aktiven setzt sich aus dem regulatorischen Mindesterfordernis von 8 Prozent, einem Kapitalerhaltungspuffer von 2.5 Prozent und einem Puffer für andere systemrelevante Banken von 2 Prozent zusammen. Weiter sieht Basel III einen antizyklischen Kapitalpuffer vor, der von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein für 2024 jedoch auf 0 Prozent festgesetzt wurde.

Die VP Bank hat die Mindestkapitalanforderungen 2024 jederzeit eingehalten. Dank einer überaus soliden Tier 1 Ratio von 25.9 Prozent per Ende 2024 bleibt ausreichender Handlungsspielraum gewährleistet. Dies ermöglicht es der VP Bank, die mit dem Bankgeschäft verbundene Risikonahme zu betreiben.

Per Ende 2024 betrug die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) der VP Bank 9.9 Prozent. Die VP Bank publiziert weitere Informationen zur Leverage Ratio im Offenlegungsbericht.

Im Rahmen des Kapital­- und Bilanzstrukturmanagements werden die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen und die Abdeckung der betriebswirtschaftlichen Erfordernisse laufend überwacht. Mittels eines internen Prozesses zur Beurteilung einer adäquaten Kapital- und Liquiditätsausstattung (Internal Capital bzw. Internal Liquidity Adequacy Assessment Process / ICAAP und ILAAP) werden mögliche negative Auswirkungen auf die Kapital­- und Liquiditäts­basis in Stresssituationen simuliert und analysiert. Die Finanzmarktaufsicht stellt mit dem ICAAP spezifische Anforder­ungen bezüglich der internen Strategien und Verfahren zur Ermittlung, Steuerung und Überwachung von Kapitalrisiken, die 2024 erneut von der Finanzmarkt­aufsicht Liechtenstein anhand eines ICAAP-­Fragebogens erhoben und beurteilt wurden.

Liquiditätsrisikomanagement

Liquiditätsrisiken werden – unter Beachtung der gesetzlichen Liquiditätsnormen und -vorschriften von BankV, CRR und CRD – über interne Vorgaben und Limiten für das Interbanken- und Kreditgeschäft überwacht und gesteuert. Die jederzeitige Wahrung der Liquidität innerhalb der VP Bank Gruppe hat oberste Priorität. Dies wird mit einem hohen Bestand an flüssigen Mitteln und Anlagen mit hoher Liquidität (High Quality Liquid Assets, HQLA) gewährleistet. Die VP Bank hat die Mindestliquiditätsanforderungen 2024 jederzeit eingehalten.

In diesem Kontext ist die Einhaltung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) in Höhe von 100 Prozent gesetzlich vorgegeben, was mit einem Wert von 165 Prozent dank einer komfortablen Liquiditätssituation deutlich übererfüllt werden konnte. Die Vorgabe für die Net Stable Funding Ratio (NSFR) von 100 Prozent ist per Ende 2024 mit 144 Prozent ebenfalls eingehalten.

Die Finanzmarktaufsicht stellt mit dem ILAAP spezifische Anforderungen bezüglich der internen Strategien und Verfahren zur Ermittlung, Steuerung und Überwachung von Liquiditätsrisiken, die 2024 erneut von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein anhand eines ILAAP-­Fragebogens erhoben und beurteilt wurden.

Im Rahmen der Liquiditätssteuerung stellt die VP Bank über einen Liquiditätsnotfallplan sicher, dass sie auch im Falle von Liquiditätskrisen über ausreichend Liquidität verfügt. Mit der regelmässigen Beobachtung von Frühwarn­indikatoren soll eine Verschlechterung der Liquiditätssituation frühzeitig identifiziert werden.

Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen und die Abdeckung der betriebswirtschaftlichen Erfordernisse laufend überwacht. Mittels Stresstests werden mögliche negative Szenarien simuliert und die Auswirkungen auf die Liquidität in Stresssituationen analysiert.

Kreditrisiko

Der Bewirtschaftung und der Überwachung des Kreditrisikos kommt insbesondere aufgrund der Bedeutung des Kundenausleihungsgeschäfts (CHF 5.9 Mrd. per 31. Dezember 2024 bzw. 56 Prozent der Bilanzsumme) eine zentrale Rolle zu. Neben dem Kreditgeschäft sind für die VP Bank auch Kreditrisiken aus dem zu Liquiditätszwecken gehaltenen Wertschriftenbestand im Bankenbuch (überwiegend High Quality Liquid Assets) sowie aus Interbankanlagen bei Banken mit guter Bonität von Relevanz.

Das Kreditrisikomanagement im Kundenausleihungsgeschäft wird durch das Kreditreglement geregelt. Das Volumen der Kundenausleihungen hat sich 2024 deutlich um etwa CHF 474 Mio. erhöht. Das Wachstum resultiert überwiegend aus dem Hypothekarkreditgeschäft.

Das Volumen an Forderungen gegenüber Banken fällt im Vergleich zum Vorjahr mit CHF 851 Mio. um ca. CHF 500 Mio. niedriger aus. Zur Stärkung des Zinserfolgs werden freie liquide Mittel weiterhin bei Banken mit guter Bonität, überwiegend Schweizer Kantonal­- und Regionalbanken, veranlagt.

Das Wertschriftenportfolio beinhaltet überwiegend Titel im Investment Grade Bereich und belief sich per 31. Dezember 2024 auf einen Nominalwert von ca. CHF 2.2 Mrd. Im Risikomanagement­prozess sind detaillierte Vor­gaben (u.a. Volumen-­ und Risikolimiten, Durationsbandbreiten) für die Bewirtschaftung der Wertschriften etabliert.

Marktrisiko

Das Marktrisiko umfasst Zins-, Credit Spread, Währungs-­ und Aktienpreisrisiken, denen die VP Bank Gruppe ausgesetzt ist. Aufgrund der Bedeutung des zinstragenden Geschäfts kommt der Bewirtschaftung und Überwachung des Marktrisikos auf der Gesamtbilanz eine besondere Bedeutung zu. Nach den im Jahr 2023 erfolgten Leitzins­erhöhungen in allen drei Haupt­währungen (CHF, EUR und USD) waren im vergangenen Jahr 2024 sinkende Zinsen zu beobachten, wobei die längerfristigen Erwartungen im Verlaufe des Jahres stark schwankten. Die Inversität der Zinsstrukturkurven, bei der die langfristigen Zinsen unter den kurzfristigen Zinsen liegen, hat sich 2024 deutlich reduziert.

Operationelles Risiko

Die VP Bank definiert das operationelle Risiko als die Gefahr von Verlusten oder entgangenen Gewinnen, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen sowie infolge von externen Ereignissen eintreten können. Mit Hilfe von Top-down und Bottom-up Risk Assessments werden mögliche Risikoszenarien erkannt, beschrieben und beurteilt. Die identifizierten Risiken werden mit Kontrollen entsprechend den Vorgaben aus dem Risikoappetit begrenzt oder reduziert. Die Kontrollen sind ein integraler Teil der Geschäfts­prozesse und werden im internen Kontrollsystem dokumentiert. Die Angemessen­heit und die Wirksamkeit der Kontrollen werden periodisch beurteilt. Die aktuelle Risikosituation der nicht finanziellen Risiken wird quartalsweise an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat rapportiert.

Die geopolitische Situation hatte einen grossen Einfluss auf die Beurteilung der Risiken aus Sanktionen und Embargos. Entsprechend wurden die Prozesse zur frühzeitigen Erkennung und Verhinderung von potenziellen Compliance ­Verstössen weiter verstärkt sowie entsprechende geschäftspolitische Entscheide umgesetzt. Gleichzeitig hat die Regulierungsdichte in der Finanzbranche weiter zugenommen.

Im Jahr 2024 hat die VP Bank umfassende Massnahmen ergriffen, um die Anforderungen der Verordnung (EU) 2022/2554 über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA) zu erfüllen. Diese tritt am 17. Januar 2025 in Kraft, und hat zum Ziel, die digitale Widerstands­fähigkeit von Finanzdienstleistern zu stärken und die Stabilität des Finanzsystems zu sichern. Sie setzt damit neue Standards für den Schutz kritischer IT-Systeme und die Bewältigung von Cyberangriffen in der Finanzbranche.

Die VP Bank hat Massnahmen ergriffen, um das IT-Risikomanagement, die IT-Prozesse, die Cyberresilienz und die Überwachung externer Dienstleister weiter zu verbessern.

Damit unterstreicht die VP Bank das Bestreben, den Schutz ihrer Kunden und derer Vermögens­werte, die Sicherheit ihrer Dienstleistungen und die Stabilität ihrer Geschäftsprozesse langfristig zu gewährleisten.

Weitere Risiken

Neben den oben erwähnten Risiken deckt das Risikomanagement der VP Bank Gruppe auch Strategie- und Geschäftsrisiken, Compliance Risiken sowie das Reputationsrisiko ab. Ausgehend vom Geschäftsmodell und der Dienstleistungspalette der VP Bank werden diese Risiken systematisch analysiert und laufend beurteilt.

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) im Risikomanagement deutlich an Bedeutung. Die detaillierte Berichterstattung basierend auf der doppelten Wesentlichkeitsanalyse kann der Nachhaltigkeitsberichterstattung entnommen werden.

ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). ESG-Risiken können entlang der gesamten Wertschöpfungskette der VP Bank auftreten und resultieren primär aus dem Engagement der Bank gegenüber ihren Kunden und Gegenparteien sowie aus den investierten Vermögenswerten und dem Kreditgeschäft. ESG-Risiken sind als Risikotreiber zu verstehen und können sich sowohl in finanziellen als auch in nicht finanziellen Risiken materialisieren. ESG-Risiken können sich bei Eintritt potenziell negativ auf die Ertragslage und die finanzielle Stabilität der Bank auswirken. Die VP Bank fokussiert dabei auf ESG-Risiken, die im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als wesentlich identifiziert wurden.

2. Risikopolitische Grundsätze

Für das Risikomanagement der VP Bank gelten folgende Grundsätze:

Harmonisierung von Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft

Mit dem Konzept der Risikotragfähigkeit soll eine Bank in die Lage versetzt werden, trotz Verlusten aus schlagend werdenden Risiken ihren Geschäftsbetrieb fortführen oder die Ansprüche von Einlegern und Gläubigern vollumfänglich bedienen zu können. Die Risiko­bereitschaft gibt das Verlustpotenzial an, welches die Bank bereit ist, aus schlagend werdenden Risiken zu tragen, ohne dabei ihren Fortbestand zu gefährden. Die Risikotragfähigkeit als strategische Erfolgsposition gilt es durch einen geeigneten Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Kapital- und Liquiditätsausstattung jederzeit zu wahren und für die Zukunft zu sichern.

Klare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten

Die Risikobereitschaft wird mit Hilfe eines umfassenden Limitensystems operationalisiert und zusammen mit einer klaren Regelung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten aller am Risiko- und Kapitalmanagementprozess beteiligten Stellen, Organisationseinheiten und Gremien wirksam umgesetzt.

Gewissenhafter Umgang mit Risiken

Strategische und operative Entscheidungen werden auf Basis von Risiko-Rendite-Kalkülen getroffen und auf diese Weise mit den Interessen der Kapitalgeber in Einklang gebracht.

Die Einhaltung von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowie von unternehmenspolitischen und ethischen Grundsätzen vorausgesetzt, geht die VP Bank bewusst Risiken ein, sofern diese in ihrem Ausmass bekannt sind, die systemtechnischen Voraussetzungen für ihre Abbildung gegeben sind und die Bank angemessen dafür entschädigt wird. Geschäfte mit einem unausgewogenen Verhältnis zwischen Risiko und Rendite werden gemieden, ebenso Grossrisiken und extreme Risikokonzentrationen, welche die Risikotragfähigkeit und damit den Fortbestand der Gruppe gefährden könnten.

Funktionentrennung

Die Risikokontrolle und die Berichterstattung an das Group Executive Management (GEM) und den Verwaltungsrat werden durch die von den risikobewirtschaftenden Stellen unabhängigen und dem Chief Risk Officer (CRO) unterstellten Einheiten wahrgenommen.

Transparenz

Das Fundament der Risikoüberwachung ist eine umfassende, objektive, zeitnahe und transparente Offenlegung der Risiken gegenüber dem GEM und dem Verwaltungsrat.

3. Organisation des Kapital-, Liquiditäts- und Risikomanagements

Systematik der Bankrisiken

Die Voraussetzung für das Risiko- und Kapitalmanagement der VP Bank ist die Identifikation aller wesentlichen Risiken und deren Aggregation zur Gesamtbankrisikoposition.

Welche Risiken wesentlich sind, ergibt sich aus dem Geschäftsmodell und, damit verbunden, aus dem Angebot an Finanzprodukten und -dienstleistungen der VP Bank.

Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die Risiken, denen die VP Bank im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ausgesetzt ist. Diese werden den Risikogruppen Strategie- und Geschäftsrisiken, Finanzrisiken, nicht finanzielle Risiken (operationelle Risiken, Compliance Risiken und Informationssicherheitsrisiken) sowie Reputationsrisiken zugeordnet.

Strategie- und Geschäftsrisiken umfassen das Risiko eines potenziellen Gewinnrückgangs aufgrund einer unzureichenden Ausrichtung des Unternehmens auf das Marktumfeld (politisch, ökonomisch, sozial, technologisch, ökologisch, rechtlich) und können aus einer unpassenden strategischen Positionierung oder dem Fehlen effektiver Gegenmassnahmen bei Veränderungen entstehen. Hierzu zählt ebenso das Risiko, dass sich die Attraktivität von Standortfaktoren reduziert oder sich die Bedeutung bzw. Gewichtung einzelner Geschäftsfelder durch externe Rahmenbedingungen verändert. Es umfasst zudem das Risiko, dass die Lancierung neuer Produkte, der Vertrieb bestehender Produkte, der Marktzugang oder die Geschäftsabwicklung durch Regulierungen erschwert bzw. unmöglich werden oder unverhältnismässig hohe Kosten nach sich ziehen bzw. unprofitabel sind. Schliesslich können sich im Zusammenhang mit Zielmärkten aufgrund von politischen oder geopolitischen Einflüssen negative Entwicklungen ergeben.

Finanzrisiken (Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, nicht traditionelle Anlagerisiken und Kreditrisiko) werden bewusst eingegangen, um Erträge zu erwirtschaften oder um geschäftspolitische Interessen zu wahren.

Das Liquiditätsrisiko umfasst das Marktliquiditätsrisiko und das idiosynkratische Liquiditätsrisiko. Das Marktliquiditätsrisiko besteht darin, dass die Bank aufgrund von Marktverwerfungen am Geld- oder Kapitalmarkt die benötigte Liquidität nicht oder nicht zu angemessenen Konditionen beschaffen kann. So kann der Markt für Wertschriften, welche im Normalfall zum Marktwert verkauft werden können, nicht ausreichend liquide sein oder der Interbankenmarkt steht für eine kurzfristige Liquiditätsbeschaffung nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Das idiosynkratische Liquiditätsrisiko stellt hingegen das Risiko dar, dass die Bank aus Gründen, die die VP Bank selbst betreffen, die benötigte Liquidität nicht oder nur zu unangemessenen Konditionen beschaffen kann.

Das Marktrisiko drückt die Gefahr möglicher ökonomischer Wertverluste im Banken- und Handelsbuch aus, die durch ungünstige Veränderungen von Marktpreisen (Zinssätze, Devisen­ und Aktienkurse, Rohstoffpreise, Credit Spreads) oder sonstigen preisbeeinflussenden Parametern wie beispielsweise Volatilitäten entstehen.

Das Kreditrisiko umfasst das Ausfall-/Bonitäts-, Verwertungs-, Kontrahenten-, Länder-­ und idiosynkratische Risiko. Das Ausfallrisiko beschreibt die Gefahr eines finanziellen Verlusts, der durch den Ausfall einer Schuldnerin bzw. eines Schuldners oder einer Kreditsicherheit entstehen kann. Verwertungsrisiken umfassen potenzielle Verluste, die der Bank nicht durch die Schuldnerin oder den Schuldner selbst, sondern aufgrund unzureichender Verwertungs­möglichkeiten der Sicherheiten entstehen. Das Kontrahentenrisiko beschreibt die Gefahr eines finanziellen Verlusts, der durch den Ausfall einer Gegenpartei im Derivatgeschäft oder aus der Nichterfüllung durch eine Gegenpartei (Settlement Risiko) entsteht. Das Länderrisiko ergibt sich aufgrund von unsicheren politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Verhältnissen sowie möglichen Zahlungsverkehrseinschränkungen im Risikodomizil (sogenannte Transferrisiken). Idiosynkratische Risiken umfassen potenzielle Verluste, die der Bank durch mangelnde Diversifikation des Kreditportfolios (Konzentrationen bei Schuldnerinnen bzw. Schuldnern und/oder Sicherheiten) entstehen.

Nicht traditionelle Anlagerisiken resultieren aus alternativen Kapitalanlagen, die nicht den traditionellen Anlage­klassen wie Aktien, Anleihen oder Geldmarktprodukten zugeordnet werden können und die anderen Risiko­treibern unterliegen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Investments in Private Debt, Private Equity, Real Estate (besichert), Infrastrukturprojekte sowie andere Anlagemöglichkeiten ausserhalb des traditionellen Anlagespektrums.

Unter den operationellen Risiken wird die Gefahr von Verlusten oder entgangenen Gewinnen infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen sowie infolge von externen Ereignissen verstanden. Dieses ist vor seinem Schlagendwerden durch geeignete Kontrollen und Massnahmen zu vermeiden oder, falls das nicht möglich ist, auf ein von der Bank festgelegtes Niveau zu reduzieren. Operationelle Risiken können in sämtlichen Organisationseinheiten der Bank auftreten, während das Finanzrisiko nur in den risikonehmenden Einheiten entstehen kann.

Unter Compliance Risiken wird die Gefahr der Verletzung von gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften verstanden, die der Reputation der VP Bank erheblich schaden sowie zu Sanktionen, Bussen oder gar zu einem Lizenzentzug führen können. Compliance Risiken der VP Bank bestehen insbesondere darin, dass die VP Bank Financial Crime Risiken ihrer Kunden und Gegenparteien – wie Geldwäscherei, Terrorismus­finanzierung, Sanktionen, Embargos sowie Betrug und Korruption – nicht bzw. nicht ausreichend erkennt sowie keine geeigneten Überwachungs-­ und Kontrollprozesse zur Erkennung, Bewirtschaftung und Beschränkung der grenz­über­schreitenden Compliance Risiken (Cross-border) sowie der Steuer­ und Investment Compliance Risiken etabliert hat.

Informationssicherheitsrisiken (inkl. Cyberrisiken) umfassen die Umstände, bei denen durch eine unangemessene Ausgestaltung oder das Versagen der Infrastruktur Verluste entstehen oder es im Bereich der Informationstechnologie zu fortgeschrittenen und zielgerichteten sowie schwer zu entdeckenden und abzuwehrenden Angriffen kommt. Aus Perspektive der Datensicherheit besteht für die VP Bank das Risiko, dass die Nichteinhaltung nationaler und internationaler Datenschutzanforderungen sowohl rechtliche Konsequenzen hat als auch zu finanziellen und Reputationsverlusten führt.

ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken stellen das Risiko negativer wirtschaftlicher Auswirkungen für die VP Bank dar, die sich aus ökologischen (Environment), sozialen (Social) oder Unternehmensführungs-Faktoren (Governance) ergeben können. Klimabezogene Finanzrisiken gehören zu den ökologischen Risiken und ergeben sich aus den Auswirkungen des Klimawandels und den Massnahmen zur Dekarbonisierung der Wirtschaft.

Das Reputationsrisiko beschreibt das Risiko, dass das Vertrauen von Mitarbeitenden, Kunden, Aktionären, Regulatoren oder der Öffentlichkeit geschwächt wird und sich das öffentliche Ansehen bzw. der Ruf der Bank infolge anderer Risiko­arten oder durch sonstige Ereignisse verschlechtert. Es kann dadurch schlagend werden, dass der Bank als Folge Vermögensverluste, Ergebniseinbussen oder im schlimmsten Fall Liquiditätsengpässe entstehen.

Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten

Die Abbildung (→ obenstehende Grafik) zeigt die zentralen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der am Risikomanagementprozess beteiligten Stellen, Organisationseinheiten und Gremien. Es gilt das Postulat der funktionalen und organisatorischen Trennung von Risikosteuerung und Risikoüberwachung, wodurch Interessenkonflikte zwischen den risikonehmenden und den überwachenden Einheiten vermieden werden. Die Steuerung, Überwachung und Prüfung der Risiken findet über drei Verteidigungslinien (Lines of Defense) statt:

  1. Linie (1st Line of Defense): Risikosteuerung
  2. Linie (2nd Line of Defense): Risikoüberwachung
  3. Linie (3rd Line of Defense): Interne Revision

Der Verwaltungsrat trägt die Gesamtverantwortung für das Kapital-, Liquiditäts- und Risikomanagement innerhalb der Gruppe. Es ist seine Aufgabe, eine geeignete Prozess- und Organisationsstruktur sowie ein Internes Kontrollsystem (IKS) für ein wirksames und effizientes Management von Kapital, Liquidität und Risiko zu etablieren und aufrechtzuerhalten und so die Risikotragfähigkeit der Bank nachhaltig sicherzustellen. Der Verwaltungsrat macht Vorgaben für den Risikoappetit, legt die Risikopolitik sowie die Risikostrategien fest und genehmigt diese. Er überwacht deren Umsetzung, gibt die Risikobereitschaft auf Gruppenebene vor und legt die Zielvorgaben und Limiten für das Kapital-, Liquiditäts-­ und Risikomanagement fest. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben wird der Verwaltungsrat durch den Risikoausschuss (Risk Committee) unterstützt.

Darüber hinaus nimmt der Verwaltungsrat die Berichterstattung der internen Revision und der externen Revisionsstelle über alle aussergewöhnlichen und wesentlichen Vorfälle wie z.B. erhebliche Verluste oder schwerwiegende Disziplinarfehler entgegen. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe wird der Verwaltungsrat durch das Audit Committee unterstützt.

Group Internal Audit zeichnet in der VP Bank Gruppe für die Funktion der internen Revision verantwortlich. Es bildet organisatorisch eine selbständige, vom operativen Geschäft unabhängige Organisationseinheit und ist für die periodische Prüfung der im Zusammenhang mit der Risikopolitik relevanten Strukturen und Abläufe sowie deren Einhaltung zuständig.

Das Group Executive Management (GEM) ist für die Umsetzung und Einhaltung der vom Verwaltungsrat genehmigten Risikopolitik verantwortlich. Zu seinen zentralen Aufgaben zählt die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit von Risikomanagementprozess und Internem Kontrollsystem. Weiter ist es zuständig für die Besetzung und die Festlegung der Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen des Asset & Liability Committees, die Allokation der vom Verwaltungsrat gesetzten Zielvorgaben und Limiten an die einzelnen Gruppengesellschaften sowie das gruppenweite Management der Strategie- und Geschäftsrisiken, der Finanzrisiken sowie der Compliance­, operationellen und Reputationsrisiken.

Das GEM nimmt in seiner Funktion als Group Risk Committee (GRC) die Umsetzung der Risikostrategie innerhalb der vom Verwaltungsrat und dem GEM gesprochenen Limiten und Zielvorgaben sowie die Behandlung von übergeordneten Themenstellungen wahr.

Das Asset & Liability Committee (ALCO) ist unter Beachtung der einschlägigen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften für die risiko-­ und ertragsorientierte Bilanzsteuerung sowie für die Steuerung der Finanzrisiken zuständig. Es beurteilt die Risikolage der Gruppe im Bereich Finanzrisiken und leitet bei Bedarf Steuerungsmassnahmen ein.

Das Group Operational Risk Committee (GORC) steuert sämtliche operationellen Risiken und die Informationssicherheitsrisiken (inkl. Cyber). Das GORC ist verantwortlich für die Identifikation, Beurteilung, Steuerung sowie die Überwachung und Berichterstattung der operationellen Risiken sowie der Informationssicherheitsrisiken (inkl. Cyber) der VP Bank Gruppe.

Das Group Credit Committee (GCC) ist unter anderem für die Steuerung der Kreditrisiken zuständig. Dazu gehört insbesondere die Behandlung von Kreditanträgen im Rahmen der delegierten Kompetenzen.

Das Group Business Risk Committee (BRMC) steuert proaktiv die Compliance Risiken, identifiziert die Hauptrisiken und stellt sicher, dass risikomitigierende Massnahmen oder Kontrollen implementiert und eingehalten werden.

Das Group Reputational Risk Committee (GRRC) entscheidet über Kundenbeziehungen, welche ein materielles Reputationsrisiko für die VP Bank Gruppe darstellen könnten.

Group Treasury & Execution (GTR) trägt die Verantwortung für die Steuerung und Bewirtschaftung der Finanzrisiken innerhalb der vom Verwaltungsrat und dem GEM gesetzten Limiten und Zielvorgaben. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit sowie unter Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften.

Group Credit Consulting (CRQ) ist als 1st Line of Defense für die Kreditrisikostrukturierung und -­beurteilung aller Kreditanträge auf Gruppenebene sowie für den Überwachungsprozess der Kreditengagements auf Ebene Einzelkredit bezüglich Deckung und Limiten verantwortlich. CRQ ist durch Einheiten an allen Gruppenstandorten vertreten. Für Non-Standard-Kreditanträge wird durch Group Credit Risk (CCC) eine Überprüfung der Risikoanalyse durchgeführt, die erstinstanzlich von CRQ erstellt wurde. Zusätzlich bewilligt CRQ Kredite in Eigenkompetenz oder führt sie den entsprechenden Kompetenzstellen zur Beurteilung zu.

Der Chief Risk Officer (CRO) steht an der Spitze der Risikomanagement-Funktion. Er ist innerhalb des GEM für die unabhängige Risikoüberwachung der VP Bank Gruppe und der einzelnen Gruppengesellschaften verantwortlich. Der CRO stellt sicher, dass die bestehenden gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen und bankinternen Vorschriften zum Risikomanagement eingehalten und neue Vorschriften zum Risikomanagement umgesetzt werden.

Group Credit Risk (CCC) ist als 2nd Line of Defense für die Kreditrisikobeurteilung der grössten Einzelkreditrisiken der Gruppe verantwortlich. Dies betrifft alle Kreditengagements, die über die Eigenkompetenz von CRQ hinausgehen sowie aufgrund definierter Risikokriterien eine zusätzliche Kreditbeurteilung durch die 2nd Line of Defense auslösen. Zudem ist CCC für sämtliche materiellen Kreditrisikostandards der VP Bank Gruppe und deren IT-Implementierung zuständig. Diese beinhalten sämtliche Richtlinien, Risikokonzepte, die Belehnungsmethodik sowie deren zugrunde liegenden Belehnungsparameter. Ferner erstellt CCC in enger Zusammenarbeit mit Group Financial Risk (GFR) regelmässig Kreditrisikoberichte zuhanden des GEM und des Verwaltungsrates. CRQ und CCC initiieren und unterstützen zudem sämtliche Entwicklungsprojekte, die mit dem Kreditgeschäft der VP Bank Gruppe zusammenhängen, inklusive regulatorischer Projekte.

Group Financial Risk (GFR) ist als 2nd Line of Defense für die unabhängige Überwachung der Finanzrisiken (Marktrisiken, Risiken aus nicht traditionellen Anlagen, Liquiditätsrisiken sowie Kreditrisiken aus Portfoliosicht) verantwortlich. In seiner Zuständigkeit liegen die Festlegung und Beurteilung der Risikomethoden und ­-modelle für die Finanzrisiken, die diesbezügliche Risikoberichterstattung sowie die Überwachung der ökonomischen Risikotragfähigkeit.

Group Compliance & Operational Risk ist als 2nd Line of Defense für die unabhängige Überwachung der operationellen und Compliance Risiken verantwortlich. Darüber hinaus fallen die Risikoinventur sowie die diesbezügliche Risikoberichterstattung in dessen Verantwortungsbereich.

Group Information Security (ISE) ist als 2nd Line of Defense für die unabhängige Überwachung der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören die Festlegung von Sicherheitsrichtlinien, die Durchführung von IT-Risikoanalysen, die Überwachung von IT- und Cybersicherheitsvorfällen sowie die Risikoberichterstattung in ihrem Zuständigkeitsbereich.

Die verantwortlichen Stellen werden vom CRO-Bereich durch Risikoberichte über Risikolage, Entwicklungen und die Limiteneinhaltung regelmässig informiert.

Prozessüberwachung / Group Internal Audit

Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit

Oberste Zielsetzungen des ICAAP und des ILAAP stellt die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen und damit die Sicherstellung des Fortbestands der Bank dar. Die Risiken des Bankbetriebs sind durch das verfügbare Risikodeckungspotenzial zu tragen. Nachfolgend werden die Bestandteile des in der VP Bank etablierten Risikomanagementprozesses für alle wesentlichen Risiken erläutert:

  • Festlegung der Risikostrategien: Die Risikostrategien je Risikogruppe (Strategie- und Geschäftsrisiko, Finanzrisiko sowie operationelle und Compliance Risiken) werden aus der Geschäftsstrategie der VP Bank abgeleitet und geben die Rahmenbedingungen für das Risikomanagement der jeweiligen Risikoarten vor. Das Grundgerüst und den Ordnungsrahmen für die einzelnen Risikostrategien bildet die Risikopolitik.
  • Bestimmung des Risikodeckungspotenzials und Festsetzung der Risikobereitschaft: In der Risikotragfähigkeits­rechnung ist zwischen einer regulatorischen und einer wertorientierten Perspektive zu unterscheiden. Die Erkenntnisse aus beiden Perspektiven werden zur Validierung und Ergänzung der jeweils anderen Perspektive herangezogen. Die Bestimmung der Risikotragfähigkeit erfolgt in beiden Sichtweisen unter Berücksichtigung angemessener Risikopuffer. Auf Basis der Risikotragfähigkeitsrechnung legt der Verwaltungsrat die Limiten und Zielvorgaben für einen rollierenden Risikohorizont von einem Jahr fest. Jedes Quartal werden alle wesentlichen Risiken dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt (Risikotragfähigkeitsrechnung).
  • Risikoidentifikation (Risikoinventur): In der jährlich durchzuführenden Risikoinventur im Zuge der Überprüfung von Rahmenwerk und Risikostrategien wird sichergestellt, dass alle für die Gruppe wesentlichen (sowohl quantifizier­baren als auch nicht oder schwer quantifizierbaren) Risiken identifiziert werden. Die Analyse erfolgt Top-down und/oder Bottom-up sowohl anhand quantitativer als auch qualitativer Kriterien. Wesentliche Risiken werden vollständig in den Risikomanagement­kreislauf integriert und mit Risikokapital unterlegt. Nicht wesentliche Risiken werden im Rahmen der Risikoinventur mindestens jährlich überprüft und überwacht. Im Rahmen der Risikoinventur erfolgt auch die Beurteilung von potenziellen Konzentrationen in allen wesentlichen Risikoarten.
  • Risikomessung: Massgeblich für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit aus regulatorischer Sicht sind die anrechen­baren Eigenmittel sowie das regulatorisch gebundene Kapital. Aus wertorientierter Sicht ergibt sich die Risiko­tragfähigkeit anhand des Barwerts des Eigenkapitals unter Berücksichtigung von Betriebskosten, eines Puffers für übrige Risiken sowie des ökonomischen Kapitalbedarfs. Für die Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs werden alle im Rahmen der jährlichen Risikoinventur als wesentlich eingestuften Risikoarten der VP Bank berücksichtigt und mögliche unerwartete Wertverluste betrachtet. Die ökonomische Risikobetrachtung beinhaltet auch solche Risikoarten, die nicht von den regulatorischen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung der Bank erfasst werden. Zur Ermittlung des ökonomischen Kapitalbedarfs werden alle wesentlichen Risiken zu einer Gesamteinschätzung aggregiert.
  • Beurteilung der Risikotragfähigkeit: Die Risikotragfähigkeit ist dann gegeben, wenn das vorhandene Risikodeckungspotenzial zu jedem Zeitpunkt grösser als die eingegangenen Risiken ist. Vorwarnstufen ermöglichen dabei eine frühzeitige Weichenstellung, um den Fortbestand der Bank nicht zu gefährden.
  • Die Risikosteuerung umfasst sämtliche Massnahmen auf allen Organisationsebenen zur aktiven Beeinflussung der als wesentlich identifizierten Risiken der Bank. Das Ziel besteht dabei in der Optimierung des Risiko-Rendite-Verhältnisses innerhalb der vom Verwaltungsrat und dem GEM gesetzten Limiten und Zielvorgaben zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Gruppe sowie unter Einhaltung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Die Risikosteuerung vollzieht sich sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene. Basierend auf der Gegenüberstellung von Risiken und Limiten einerseits sowie von regulatorischem und ökonomischem Kapitalbedarf und Risikodeckungspotenzial andererseits, werden im Falle von negativen Abweichungen gegensteuernde Massnahmen ergriffen.
  • Unabhängige Risikoüberwachung (Kontrolle und Berichterstattung an GEM und VR): Die Risikosteuerung wird von einer umfassenden Risikoüberwachung begleitet, die funktional und organisatorisch unabhängig von der Risikosteuerung erfolgt. Die Risikoüberwachung umfasst die Kontrolle und die Berichterstattung. Im Rahmen der Kontrolle der Finanzrisiken können aus einem regelmässigen Soll­-Ist­-Vergleich Steuerungsimpulse abgeleitet werden. Das Soll ergibt sich aus den gesprochenen Limiten und Zielvorgaben sowie aus den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Für die Überprüfung der Limitenauslastung (Ist) werden zudem Vorwarnstufen eingesetzt, um bereits vor dem Schlagendwerden etwaiger Risiken rechtzeitig Steuerungsmassnahmen ergreifen zu können.

Da nicht finanzielle Risiken auch als Folge von internen Kontrolllücken im Zuge der laufenden Geschäftstätigkeit entstehen können, finden für Schlüsselkontrollen in wesentlichen Risiken Prüfungen durch die jeweilige Führungskraft in sämtlichen Organisationseinheiten der VP Bank statt.

Aus Risikoüberwachungssicht werden risikobasierte Kontrollen für die Compliance und operationellen Risiken laufend von Group Compliance & Operational Risk durchgeführt, während die Steuerung der Compliance und der operationellen Risiken in den jeweiligen Geschäftsbereichen angesiedelt ist.

Reputationsrisiken können aus Finanzrisiken, operationellen Risiken, Compliance Risiken, Informationssicherheits­risiken (inklusive Cyber), ESG-Risiken sowie aus Strategie- und Geschäftsrisiken resultieren. Die Strategie- und Geschäftsrisiken sowie etwaige Reputationsrisiken werden vom GEM behandelt.

Im Rahmen der Berichterstattung werden die Ergebnisse der Kontrollen regelmässig, verständlich und transparent aufbereitet. Die Aufbereitung erfolgt ex ante zur Entscheidungsvorbereitung, ex post zu Kontrollzwecken – insbesondere zur Analyse etwaiger Abweichungen von den Plangrössen – sowie ad hoc bei plötzlich und unerwartet schlagend werdenden Risiken.

Der Prozess zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der VP Bank Gruppe ist in der vorangehenden Abbildung dargestellt.

4. Offenlegung Eigenmittel

Die geforderten qualitativen und quantitativen Informationen zur Eigenmittelunterlegung, zu den Strategien und Verfahren für das Risikomanagement sowie zur Risikosituation der VP Bank sind im Risikobericht sowie im Kommentar zur konsolidierten Jahresrechnung offengelegt. Darüber hinaus erstellt die VP Bank Gruppe für das Geschäftsjahr 2024 einen Offenlegungsbericht. Damit erfüllt die Bank die aufsichtsrechtlichen Anforderungen gemäss Bankenverordnung (BankV) und Bankengesetz (BankG) sowie Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation, CRR) und Kapitaladäquanzrichtlinie (Capital Requirements Directive, CRD), welche die Umsetzung des heute gültigen Basel III Akkords in der Europäischen Union darstellen.

Die VP Bank ermittelt den Eigenmittelbedarf gemäss den Bestimmungen der CRR. Dabei kommen folgende Ansätze zur Anwendung:

  • Standardansatz für Kreditrisiken gemäss Teil 3 Titel II Kapitel 2 CRR
  • Basisindikatoransatz für operationelle Risiken gemäss Teil 3 Titel III Kapitel 2 CRR
  • Standardverfahren für Marktrisiken gemäss Teil 3 Titel IV Kapitel 2–4 CRR
  • Standardmethode für CVA-Risiken gemäss Art. 384 CRR
  • umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten gemäss Art. 223 CRR

Für Strategie-, Geschäfts- sowie Reputationsrisiko bestehen in der CRR keine expliziten regulatorischen Eigen­mittelerfordernisse.

Die folgende Tabelle zeigt die Eigenmittelsituation der Gruppe per 31.12.2024.

Eigenmittelunterlegung (Basel III)

in CHF 1'000

31.12.2024

31.12.2023

Anrechenbare Eigenmittel

Aktienkapital

66'154

66'154

Abzug für eigene Aktien

–44'909

–49'224

Kapitalreserven

22'067

22'854

davon Agio für Kapitalinstrumente

47'505

47'505

Gewinnreserven

1'144'832

1'157'251

davon Konzerngewinn

18'471

44'209

Versicherungsmathematischer Erfolg aus leistungsorientierten Plänen

–31'630

–33'502

Wertveränderungen der Finanzinstrumente Fair Value Through OCI (FVTOCI)

–11'049

–22'135

Umrechnungsdifferenzen

–28'671

–34'246

Total Eigenkapital gemäss Bilanz

1'116'794

1'107'152

Abzug für Dividende gemäss Antrag des Verwaltungsrates

–26'462

–33'077

Abzug Kapitalinstrumente gem. Art. 28 CRR

0

0

Aufrechnung versicherungsmathematischer Erfolg IAS 19

31'630

33'502

Abzüglich latente Steuern auf IAS 19

–3'954

–4'188

Abzug für Goodwill und immaterielle Vermögenswerte

–45'863

–41'140

Übrige Abzüge (latente Steuern, Additional value adjustments (AVA), Verbriefungspositionen, Kreditrisikoanpassungen)

–5'973

–4'512

Anrechenbares Kernkapital (CET1 = Tier 1)1

1'066'172

1'057'737

Anrechenbares Kernkapital (bereinigt)

1'066'172

1'057'737

Kreditrisiko (nach Liechtensteiner Standardansatz)

272'078

283'639

davon Kursrisiko bezüglich der Beteiligungstitel im Bankenbuch

6'094

9'454

Marktrisiko (nach Liechtensteiner Standardansatz)

3'861

3'501

Operationelles Risiko (nach Basisindikatorenansatz)

52'044

51'626

Credit Value Adjustment (CVA)

1'761

654

Total erforderliche Eigenmittel

329'744

339'420

Kapitalpuffer

191'418

197'285

Total erforderliche Eigenmittel mit Kapitalpuffer

521'162

536'705

CET1-Kapitalquote

25.9 %

24.9 %

Tier 1 Ratio

25.9 %

24.9 %

Gesamtkapitalquote

25.9 %

24.9 %

Total Risikogewichtete Aktiven

4'121'797

4'242'745

Kapitalrendite (Konzerngewinn / durchschnittliche Bilanzsumme)

0.2 %

0.4 %

1Die CET1 Quote ist gleich hoch wie die Kernkapitalquote (Tier 1) und die Gesamtkapitalquote der VP Bank Gruppe.

5. Finanzrisiken

Die Überwachung und Steuerung der Finanzrisiken basiert – unter Berücksichtigung der einschlägigen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben – auf bankinternen Zielvorgaben und Limiten, die sich unter anderem auf Volumina, Sensitivitäten sowie Risikokennzahlen beziehen. Szenarioanalysen und Stresstests zeigen zudem die Auswirkungen von Ereignissen auf, die im Rahmen der ordentlichen Risikobewertung nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt werden können. Der Verwaltungsrat gibt dabei strategische Leitplanken vor, innerhalb derer sich das Risikomanagement vollzieht.

Das Group Executive Management ist für die Umsetzung und Einhaltung der vom Verwaltungsrat genehmigten Risikostrategie für Finanzrisiken verantwortlich. Auf operativer Ebene erfolgt die Identifikation, Bewertung und Überwachung aller relevanten Risiken durch die von den risikobewirtschaftenden Einheiten unabhängigen Funktionen im Bereich des CRO. Die risikobewirtschaftenden Einheiten verantworten die Risikosteuerung sowie die erstinstanzliche Einhaltung der für sie relevanten Zielvorgaben und Limiten.

Marktrisiken

Marktrisiken entstehen durch das Eingehen von Positionen in Finanzanlagen (Schuldtitel, Aktien und sonstige Wertpapiere), Fremdwährungen, Edelmetallen und entsprechenden Derivaten, des Weiteren aus dem Kundengeschäft, dem Interbankengeschäft und aus den konsolidierten Gruppengesellschaften, deren funktionale Währung auf eine Fremdwährung lautet.

Einen wesentlichen Bestandteil des Marktrisikos bildet das Zinsrisiko. Es entsteht hauptsächlich aufgrund abweichender Fälligkeiten zwischen aktiv­- und passivseitigen Positionen. Die Tabelle «Fälligkeitsstruktur» zeigt die Vermögenswerte und Verpflichtungen der VP Bank, aufgeteilt nach Positionen auf Sicht, kündbaren Positionen und Positionen mit bestimmter Fälligkeit (→ vgl. Anhang 35).

Für die Bestimmung des Währungsrisikos sind die aktiv­- und passivseitigen Fremdwährungspositionen der VP Bank von Bedeutung. Eine Übersicht nach Währungen befindet sich im Anhang 34 (→ vgl. Bilanz nach Währungen).

Für die Überwachung und Steuerung der Marktrisiken setzt die Bank ein umfassendes Set an Methoden und Kennzahlen ein. Dabei hat sich der Value at­ Risk Ansatz als Standardmethode zur Messung des Marktrisikos etabliert. Der Value at Risk für Marktrisiken quantifiziert den potenziellen Marktwertverlust aller Marktrisikopositionen zum Auswertungsstichtag, ausgedrückt in CHF. Die Berechnung der Value at Risk ­Kennzahl erfolgt gruppenweit mit der Methode der historischen Simulation. Dabei werden zur Bewertung sämtlicher Marktrisikopositionen die historischen Veränderungen der Marktdaten über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren herangezogen.

Der prognostizierte Verlust bezieht sich auf eine Haltedauer von 250 Handelstagen und wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent nicht überschritten. Zur Berechnung des Zinsänderungsrisikos werden Geschäfte grundsätzlich mit ihrer vertraglichen Zinsbindungsdauer berücksichtigt. Geschäfte mit unbestimmter Zinsbindung werden mit einem internen Replikationsmodell abgebildet.

Der Markt­ Value­ at­ Risk (99 Prozent / 250 Tage) der VP Bank Gruppe belief sich am 31. Dezember 2024 auf CHF 118 Mio. (Vorjahr: CHF 135 Mio.). Neben Zins-, Währungs- und Aktienrisiken werden auch Credit Spread Risiken des Anleihenportfolios im Marktrisiko berücksichtigt. Während des Jahres 2024 schwankte der Markt VaR zwischen CHF 105 Mio. und CHF 126 Mio., was im Wesentlichen auf Schwankungen in der Zinspositionierung zurückzuführen ist. Der beobachtbare Rückgang des Markt VaR über das Jahr 2024 wird im Wesentlichen vom Zinsänderungsrisiko bestimmt, während andere Risikofaktoren keine wesentliche Auswirkung haben. Bei den Risikofaktoren Credit Spread und Aktie sind keine materiellen Veränderungen zu verzeichnen.

Die folgende Tabelle zeigt den Value­ at ­Risk nach Risiko­arten sowie den über alle Risikoarten berechneten Markt­ Value at Risk.

Markt Value at Risk (basierend auf Monatsendwerten)

in CHF Mio.

Gesamt

Zinsände- rungsrisiko

Credit- Spread- Risiko

Aktien- preis- und Rohstoff- risiko

Währungs- risiko

2024

Jahresende

118.4

117.5

45.5

51.9

23.0

Durchschnitt

117.0

116.7

50.4

50.1

17.2

Höchstwert

125.7

126.4

53.9

52.1

23.0

Tiefstwert

105.0

103.4

45.5

47.1

11.8

2023

Jahresende

134.8

135.6

53.5

47.0

16.0

Durchschnitt

131.9

133.2

55.1

50.2

10.9

Höchstwert

138.1

140.9

56.2

53.2

16.0

Tiefstwert

125.4

125.1

53.5

47.0

6.1

Da mit dem Value­ at ­Risk Ansatz Maximalverluste aus extremen Marktsituationen nicht bestimmt werden können, wird die Marktrisikoanalyse um Stresstests ergänzt, die eine Einschätzung der Auswirkungen extremer Marktschwankungen auf den Barwert des Eigenkapitals und auf den Zinserfolg ermöglichen. So werden im Bereich der Marktrisiken die Barwertschwankungen aus sämtlichen Bilanzpositionen und Derivaten aufgrund von simulierten Marktbewegungen (Parallelverschiebung, Drehungen oder Neigungsveränderung der Zinskurven, Schwankung der Wechselkurse um das Mehrfache ihrer impliziten Volatilität, Kursverfall der Aktienmärkte) mit Hilfe von Sensitivitätskennzahlen ermittelt. Zusätzlich wird für ausgewählte Marktszenarien (steigende Zinsen, sinkende Zinsen, fallende Wechselkurse) die Entwicklung des Zinserfolgs simuliert.

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Ergebnisse des Key Rate Duration Verfahrens. Hierbei werden zunächst die Barwerte aus allen Aktiv- und Passivpositionen sowie den derivativen Finanzinstrumenten ermittelt. Anschliessend werden die Zinssätze der relevanten Zinskurven in jedem Laufzeitband und pro Währung um 1 Basispunkt erhöht und das Ergebnis auf 1 Prozent (100 Basispunkte) skaliert. Die jeweiligen Veränderungen stellen den Gewinn oder Verlust des Barwerts dar, der aus der Verschiebung der Zinskurve resultiert. Negative Werte lassen dabei auf einen Aktivüberhang, positive Werte auf einen Passivüberhang im Laufzeitband schliessen.

Key Rate Duration Profil pro 100 Basispunkte Anstieg

in CHF 1'000

Innert 1 Monat

1 bis 3 Monate

3 bis 12 Monate

1 bis 5 Jahre

Über 5 Jahre

Total

31.12.2024

CHF

169

2'105

–6'177

–18'783

3'946

–18'740

EUR

229

39

–1'547

–10'735

535

–11'479

USD

258

–901

–1'219

–14'669

1'995

–14'536

Übrige Währungen

–152

214

133

862

0

1'057

Total

504

1'457

–8'810

–43'325

6'476

–43'698

31.12.2023

CHF

395

1'550

–868

–20'827

–247

–19'997

EUR

267

54

–1'683

–6'867

–8'286

–16'515

USD

47

–27

–435

–14'628

–5'466

–20'509

Übrige Währungen

–34

–117

–82

1'145

0

912

Total

675

1'460

–3'068

–41'177

–13'999

–56'109

In der folgenden Tabelle sind die Auswirkungen einer negativen Veränderung in den wesentlichen Fremdwährungen auf den Konzerngewinn und das Eigenkapital dargestellt. Massgeblich für die zugrunde gelegte Schwankung des CHF gegenüber dem EUR und dem USD ist die jeweilige implizite Volatilität per 31. Dezember 2024 bzw. 31. Dezember 2023.

Veränderung der wesentlichen Fremdwährungen

Währung

Veränderung in %

Effekt auf den Konzerngewinn in CHF 1'000

Effekt auf das Eigenkapital in CHF 1'000

2024

EUR

–6

–3'232

0

USD

–8

–4'507

–5'710

2023

EUR

–6

–3'616

0

USD

–8

–4'530

–5'712

Die Auswirkungen einer möglichen Abwärtsbewegung der Aktienmärkte von 10, 20 und 30 Prozent auf den Konzerngewinn und das Eigenkapital illustriert die folgende Tabelle.

Veränderung der relevanten Aktienmärkte

Veränderung

Effekt auf den Konzerngewinn in CHF 1'000

Effekt auf das Eigenkapital in CHF 1'000

2024

–10 %

–5'224

–14'056

–20 %

–10'449

–28'111

–30 %

–15'673

–42'167

2023

–10 %

–4'899

–12'922

–20 %

–9'797

–25'844

–30 %

–14'696

–38'767

Derivative Finanzinstrumente werden im Rahmen der Risikosteuerung ausschliesslich im Bankenbuch abgeschlossen und dienen der Absicherung gegen Aktienpreis-, Zinsänderungs- und Währungsrisiken sowie der Bewirtschaftung des Bankenbuchs. Die hierfür zugelassenen Derivate sind in der Risikopolitik festgelegt.

Die VP Bank refinanziert ihre mittel- bis langfristigen Kundenausleihungen und den Eigenbestand an Schuldtiteln primär aus kurzfristigen Kundeneinlagen und unterliegt damit einem Zinsänderungsrisiko. Steigende Zinsen haben einen negativen Effekt auf den Barwert der festverzinslichen Aktivgeschäfte und erhöhen die Refinanzierungskosten. Im Rahmen des Asset­ und Liability­ Managements werden zur Absicherung dieses Risikos  Zinsswaps eingesetzt, welche zum Fair Value bilanziert werden. Um die gegenläufigen Wertänderungen der abgesicherten Kreditgeschäfte bilanziell zu erfassen, wendet die VP Bank unter IFRS Fair Value Hedge Accounting an. Hierfür wird ein Teil der Grundgeschäfte (Festzinskredite) mit den Sicherungs­geschäften (Payer­ Swaps) in Sicherungsbeziehungen verknüpft. Die Buchwerte der betroffenen Grundgeschäfte werden im Falle von Fair Value Änderungen, welche auf Zinsänderungen zurückzuführen sind, erfolgswirksam angepasst.

Weil mit dem Abschluss von Payer­ Swaps die offenen Festzinspositionen in variable Zins­positionen transformiert werden, ist in Bezug auf das abgesicherte Risiko ein enger wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Grund- und Sicherungsgeschäften gegeben. Deshalb wird das Absicherungsverhältnis zwischen dem designierten Betrag der Grundgeschäfte und dem designierten Betrag der Sicherungsinstrumente (Hedge Ratio) auf eins zu eins festgesetzt. Eine Sicherungsbeziehung ist wirksam bzw. effektiv, wenn sich die zinsinduzierten Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte kompensieren. Ineffektivitäten resultieren hauptsächlich aus Durationsabweichungen, aus unterschiedlichen Fälligkeiten der Geschäfte oder Zinszahlungszeitpunkten sowie aus unterschiedlichen Zinssätzen.

Die initiale Wirksamkeit einer Sicherungsbeziehung wird mit einem prospektiven Effektivitätstest nachgewiesen. Dazu werden künftige Fair Value Änderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte szenariobasiert simuliert und einer Regressionsanalyse unterzogen. Die Effektivität wird auf Basis der Analyseergebnisse beurteilt. Während der Laufzeit der Sicherungsbeziehung findet eine wiederkehrende Überprüfung statt.

Durch den Abschluss von Devisengeschäften hat die VP Bank die eigenen Finanzanlagen gegen Wechselkurs­schwankungen in den Hauptwährungen abgesichert. Währungsrisiken aus dem Kundengeschäft dürfen grundsätzlich nicht entstehen und verbleibende offene Währungs­positionen werden über den Devisenmarkt geschlossen. Für die Bewirtschaftung der Fremdwährungsrisiken aus dem Kundengeschäft ist das Group Treasury & Execution verantwortlich.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können durch vertragliche Inkongruenzen zwischen den Liquiditätszuflüssen und -abflüssen in den einzelnen Laufzeitbändern entstehen. Etwaige Differenzen zeigen auf, wie viel Liquidität die Bank unter Umständen in jedem Laufzeitband beschaffen müsste, sollten alle Volumina zum frühestmöglichen Zeitpunkt abfliessen. Darüber hinaus können Refinanzierungs­konzentrationen bestehen, die derart bedeutend sind, dass ein Abfluss der entsprechenden Mittel Liquiditätsprobleme auslösen kann.

Die Liquiditätsrisiken werden unter Einhaltung der gesetzlichen Liquiditätsnormen und Vorschriften über interne Vorgaben und Limiten für das Interbanken­ und Kreditgeschäft sowie weitere bilanzbezogene Kennzahlen überwacht und gesteuert.

Aufgrund der vermehrten Wertschriftenanlagen durch Kunden sowie der fortschreitenden Bereinigung des Kundenportfolios (strategischer Rückzug aus dem Geschäft mit russischen Kunden sowie Überarbeitung der Kundendokumentationen) war die Einlagenseite der Bilanz im Jahr 2024 rückläufig. Auf der Aktivseite mündete dies in einen Rückgang der flüssigen Mittel sowie des Wertschriften-Eigenbestands und somit der Liquiditätskennzahlen. Mit einer Liquidity Coverage Ratio (LCR) von 165 Prozent sowie einer Net Stable Funding Ratio (NSFR) von 144 Prozent per Ende 2024 weist die VP Bank weiterhin eine komfortable Liquiditätssituation auf.

Die Fälligkeitsstruktur der Aktiven und Passiven ist im Anhang 35 dargestellt. Im kurzfristigen Laufzeitbereich refinanziert sich die Bank massgeblich über Kundeneinlagen auf Sicht sowie Call- und Festgelder.

Über den Zugang zum Eurex ­Repo ­Markt kann die VP Bank bei Bedarf rasch Liquidität auf gedeckter Basis beschaffen. Mit Hilfe von Stresstests wird das Risiko eines aussergewöhnlichen, jedoch plausiblen Ereignisses bewertet, das nur mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit eintritt. Dadurch kann die VP Bank allfällige Gegenmassnahmen rechtzeitig ergreifen und falls notwendig Limitierungen setzen.

Kreditrisiken

Kreditrisiken entstehen aus sämtlichen Geschäften, bei denen Zahlungsverpflichtungen Dritter gegenüber der VP Bank bestehen oder entstehen können. Kreditrisiken erwachsen der VP Bank aus dem Kundenausleihungsgeschäft, dem Geldmarktgeschäft inklusive Bankgarantien, Korrespondenz-­ und Metallkonten, dem Reverse ­Repo­ Geschäft, eigenen Wertschriftenanlagen, dem Securities Lending und Borrowing, dem Collateral Management sowie aus OTC-Derivategeschäften.

Konzentrationsrisiken können durch Grosskredite (Klumpenrisiken) oder durch mangelnde Diversifikation des Kredit- oder Sicherheitenportfolios entstehen. Sie können sich dadurch ergeben, dass Kreditnehmende in den gleichen Ländern oder Regionen ansässig sind, in den gleichen Branchen tätig sind oder über die gleichen Sicherheiten verfügen. Konzentrationen können dazu führen, dass die Bonität von Kreditnehmenden oder die Werthaltigkeit von Sicherheiten von den gleichen ökonomischen, politischen oder sonstigen Faktoren beeinflusst wird. Konzentrations­risiken werden von der VP Bank eng überwacht sowie durch entsprechende Limiten und operationelle Kontrollen begrenzt.

Am 31. Dezember 2024 betrug das gesamte Kreditengagement ohne Berücksichtigung von Sicherheiten CHF 9.3 Mrd. (per 31. Dezember 2023: CHF 9.4 Mrd.). Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Bilanz­ und Ausserbilanzpositionen.

Kreditengagements

in CHF 1'000

31.12.2024

31.12.2023

Bilanzpositionen

Forderungen aus Geldmarktpapieren

171'749

170'894

Forderungen gegenüber Banken

850'681

1'353'783

Forderungen gegenüber Kunden

5'940'799

5'467'098

Öffentlich-rechtliche Körperschaften

453

421

Handelsbestände

372

213

Derivative Finanzinstrumente

86'848

41'960

Schuldtitel, bewertet zum Fair Value

1

4'182

Finanzinstrumente, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

2'227'254

2'371'683

Total

9'278'156

9'410'233

Ausserbilanzgeschäfte

Eventualverpflichtungen

104'238

110'507

Unwiderrufliche Zusagen

168'420

148'537

Total

272'658

259'044

Der Anstieg der Kundenausleihungen um ca. CHF 474 Mio. resultiert überwiegend aus dem Hypothekar­geschäft, wobei auch das Lombardkreditgeschäft zulegen konnte.  Während bei unbesicherten Krediten das Volumen bewusst reduziert wurde, konnte bei den Hypothekar­krediten ein Ausbau des Volumens um ca. CHF 438 Mio. erreicht werden. Das Volumen an Forderungen gegenüber Banken hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert und betrug Ende 2024 CHF 851 Mio. Freie liquide Mittel werden weiterhin bei Banken mit guter Bonität, überwiegend Schweizer Kantonal- und Regionalbanken, veranlagt.

Forderungen gegenüber Kunden werden standardmässig auf gedeckter Basis vergeben. In diesen Bereich fallen vor allem das Hypothekargeschäft in der Schweiz und in Liechtenstein, das Lombardkreditgeschäft sowie wenige Spezialkredite.

Im Hypothekargeschäft erfolgt die Deckung in erster Linie durch Wohnliegenschaften, gemischte oder gewerbliche Objekte in der Schweiz und Liechtenstein. Für die Richtlinien und Verfahren zur Bewertung und Verwaltung der Hypothekarsicherheiten gelten in Liechtenstein die Vorschriften der Kapitaladäquanzverordnung. Lombardkredite werden standardmässig gegen Verpfändung von überwiegend liquiden und diversifizierten Wertschriftenportfolios vergeben. Zudem können Lebensversicherungspolicen als Sicherheiten herangezogen werden. Für die Emittenten der entsprechenden Policen gelten vordefinierte Mindestanforderungen. Jeder Emittent ist vorgängig zu genehmigen.

Die qualitativen Anforderungen an die Deckungen sowie die zulässigen Belehnungen pro Deckungsart sind intern festgelegt. Auch im Jahr 2024 wurden weitere methodische Verbesserungen zur quantitativen Herleitung von Belehnungswerten im Lombardgeschäft entwickelt und erfolgreich eingeführt. Durch eine umsichtige Kreditpolitik sind Risiko­konzentrationen innerhalb der Sicherheiten zu vermeiden.

Kredite werden im Rahmen des Kundenausleihungsgeschäfts regional und international an private und kommerzielle Kunden vergeben, wobei der Schwerpunkt im Privatkundengeschäft und mit CHF 3.7 Mrd. im Hypothekarbereich liegt (per 31. Dezember 2023: CHF 3.3 Mrd.). Regional betrachtet, wickelt die VP Bank den grössten Teil dieses Geschäfts im Fürstentum Liechtenstein und in der Ostschweiz ab.

Die zehn grössten Einzelengagements umfassen 12.5 Prozent der gesamten Kreditengagements (per 31. Dezember 2023: 7.8 Prozent).

Den verbindlichen Handlungsrahmen für das Kreditrisikomanagement im Kundenausleihungs­geschäft bilden das Kreditreglement sowie die Rahmenrichtlinie und der Group Standard Credit. Darin sind neben den allgemeinen Richtlinien und Rahmenbedingungen für das Kreditgeschäft auch die Entscheidungskompetenzen und diesbezügliche Bandbreiten für die Bewilligung von Krediten festgelegt (Kompetenzordnung).

Im Grundsatz müssen die Engagements im privaten Kundenausleihungsgeschäft und im kommerziellen Kreditgeschäft durch den Belehnungswert der Sicherheiten (Sicherheiten nach Risikoabschlag) gedeckt sein. Die Gegenparteirisiken im Ausleihungsgeschäft werden durch Limiten geregelt, welche die Höhe eines Engagements in Abhängigkeit von Bonität, Branche, Deckung und Risikodomizil der Kunden begrenzen. Für die Einschätzung der Bonität verwendet die VP Bank ein internes Verfahren zur Risikoklassifizierung. Abweichungen von den Kreditgrundsätzen (Exceptions to Policy) werden im Kreditrisikomanagementprozess ihrem Risikogehalt entsprechend behandelt.

Im Interbankengeschäft geht die VP Bank sowohl gedeckte als auch ungedeckte Positionen ein. Ungedeckte Positionen resultieren aus dem Geldmarktgeschäft (inklusive Bankgarantien, Korrespondenz- und Metallkonten), gedeckte Positionen aus dem Reverse Repo Geschäft, dem Securities Lending und Borrowing, dem Collateral Management sowie aus OTC-Derivate­geschäften. Da Repo Anlagen vollständig besichert sind und die erhaltenen Sicherheiten in einer Krisensituation als zuverlässige Liquiditätsquelle dienen, wird mit Reverse Repo Geschäften nicht nur das Gegenpartei­-, sondern auch das Liquiditätsrisiko vermindert.

Gegenparteirisiken im Interbankengeschäft dürfen nur in bewilligten Ländern und mit autorisierten Gegenparteien eingegangen werden. Bei Engagements gegenüber Banken handelt es sich um Institute mit guter Bonität (Investment Grade Rating) und Hauptsitz in einem OECD-Land. Ein umfassendes Limitensystem begrenzt die Höhe eines Engagements in Abhängigkeit von der Laufzeit, dem Rating, dem Risikodomizil und den Sicherheiten der Gegenpartei. Dabei stützt sich die VP Bank für Banken im Wesentlichen auf das Rating der beiden Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s. OTC-Derivategeschäfte dürfen ausschliesslich mit Gegenparteien abgeschlossen werden, mit denen ein Nettingvertrag vereinbart wurde.

Kreditrisiken werden nicht nur auf Einzelgeschäfts-, sondern auch auf Portfolioebene gesteuert und überwacht. Auf Portfolioebene nutzt die VP Bank zur Überwachung und Messung des Kreditrisikos den erwarteten und unerwarteten Kreditverlust. Der erwartete Kreditverlust repräsentiert jenen Verlust, mit dem innerhalb eines Jahres durchschnittlich gerechnet werden muss. Der unerwartete Kreditverlust stellt einen szenariobasierten unerwarteten Verlust aus einem Stressed Loss Framework dar, der sich als Differenz zwischen dem potenziellen Verlust in einem Stressszenario (Stressed Loss) und dem in einem normalen Marktumfeld zu erwartenden Verlust (Expected Loss) über ein Jahr ergibt. Im Stressed Loss Framework wird insbesondere idiosynkratischen Kreditrisiken verstärkt Rechnung getragen. Der unerwartete Verlust wird durch eine entsprechende Kreditrisikolimite sowohl gesamthaft als auch je Kreditportfolio begrenzt und überwacht.

Kreditderivate (Kontraktvolumen)

in CHF 1'000

Sicherungs- geber per 31.12.2024

Sicherungs- geber per 31.12.2023

Collateralized Debt Obligations

0

0

Total

0

0

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Eigengeschäfte in Kreditderivaten getätigt.

Länderrisiko

Länderrisiken entstehen, wenn länderspezifische politische oder wirtschaftliche Bedingungen den Wert eines Auslandsengagements beeinträchtigen. Die Überwachung und Steuerung der Länderrisiken erfolgt über Volumenlimiten, die jeweils sämtliche Engagements pro Länderrating (Standard & Poor’s und Moody’s) beschränken. Dabei werden alle Forderungen der Bilanz berücksichtigt; Anlagen im Fürstentum Liechtenstein und in der Schweiz fallen nicht unter diese Länderlimitenregelung.

Für die Erfassung des Länderrisikos ist das Risikodomizil des Engagements massgeblich. Bei gedeckten Engagements wird dabei das Land berücksichtigt, in dem sich die Sicherheiten befinden.

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Kreditengagements nach Länderrating. Die Länderengagements der Ratingklasse «Not rated» stellen grösstenteils Engagements aus der lokalen Geschäftstätigkeit (hypothekarisch gedeckte Forderungen) der VP Bank (BVI) Ltd dar.

Länderengagements nach Rating

in %

31.12.2024

31.12.2023

AAA

76.3

78.7

AA

19.1

18.4

A

2.1

0.8

BBB – B

1.0

0.6

CCC – C

0.1

0.0

Not Rated

1.4

1.5

Total

100.0

100.0

IFRS 9 Wertberichtigungen

Nachfolgend sind die zusätzlich offen­zulegenden Tabellen aus IFRS 9 Wertberichtigungen ersichtlich.

Kreditrisiken nach Ratingklassen

in CHF 1'000

Buchwert der untenstehenden Finanzinstrumente

Rating (Standard & Poor’s oder Äquivalent)

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 31.12.2024

Flüssige Mittel

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

891'888

891'888

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

0

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

0

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

0

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

891'888

0

0

891'888

Wertberichtigungen

–19

–19

Nettobetrag

891'869

0

0

891'869

Forderungen aus Geldmarktpapieren

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

98'809

98'809

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

72'946

72'946

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

0

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

0

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

171'755

0

0

171'755

Wertberichtigungen

–6

–6

Nettobetrag

171'749

0

0

171'749

in CHF 1'000

Buchwert der untenstehenden Finanzinstrumente

Rating (Standard & Poor’s oder Äquivalent)

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 31.12.2024

Forderungen gegenüber Banken

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

34'057

34'057

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

708'238

708'238

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

700

700

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

6'163

6'163

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

742'995

6'163

0

749'158

Wertberichtigungen

–27

–1

–28

Nettobetrag

742'968

6'162

0

749'130

Forderungen gegenüber Kunden

Tiefes Kreditrisiko

5'795'936

14'269

5'810'205

Moderates Kreditrisiko

81'479

29'221

110'700

Hohes Kreditrisiko

1'953

1'953

Gefährdeter Kredit

8'139

8'139

Ausfall

35'263

35'263

Bruttobetrag

5'795'936

81'479

88'845

5'966'260

Wertberichtigungen

–1'053

–671

–23'284

–25'008

Nettobetrag

5'794'883

80'808

65'561

5'941'252

Finanzinstrumente, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

708'454

708'454

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

1'281'374

1'281'374

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

224'318

224'318

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

14'019

14'019

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

2'214'146

14'019

0

2'228'165

Wertberichtigungen

–543

–368

–911

Nettobetrag

2'213'603

13'651

0

2'227'254

in CHF 1'000

Ausfallrisiken auf Kreditzusagen und Finanzgarantien

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 31.12.2024

Ausfallrisiken auf Kreditzusagen und Finanzgarantien

Tiefes Kreditrisiko

0

Moderates Kreditrisiko

0

Hohes Kreditrisiko

253'717

253'717

Gefährdeter Kredit

0

Ausfall

0

Bruttobetrag

253'717

0

0

253'717

Wertberichtigungen

–434

–434

Nettobetrag

253'283

0

0

253'283

in CHF 1'000

Buchwert der untenstehenden Finanzinstrumente

Rating (Standard & Poor’s oder Äquivalent)

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 31.12.2023

Flüssige Mittel

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

1'591'475

1'591'475

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

0

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

0

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

0

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

1'591'475

0

0

1'591'475

Wertberichtigungen

–24

–24

Nettobetrag

1'591'451

0

0

1'591'451

Forderungen aus Geldmarktpapieren

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

104'078

104'078

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

66'824

66'824

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

0

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

0

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

170'902

0

0

170'902

Wertberichtigungen

–8

–8

Nettobetrag

170'894

0

0

170'894

Forderungen gegenüber Banken

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

33'485

33'485

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

1'012'395

1'012'395

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

78'588

78'588

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

571

571

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

1'124'468

571

0

1'125'039

Wertberichtigungen

–87

–87

Nettobetrag

1'124'381

571

0

1'124'952

Forderungen gegenüber Kunden

Tiefes Kreditrisiko

5'316'900

7'826

5'324'726

Moderates Kreditrisiko

110'015

8'515

118'530

Hohes Kreditrisiko

8'007

8'007

Gefährdeter Kredit

2'757

2'757

Ausfall

35'370

35'370

Bruttobetrag

5'316'900

110'015

62'475

5'489'390

Wertberichtigungen

–1'313

–454

–20'105

–21'872

Nettobetrag

5'315'587

109'561

42'370

5'467'518

in CHF 1'000

Buchwert der untenstehenden Finanzinstrumente

Rating (Standard & Poor’s oder Äquivalent)

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 31.12.2023

Finanzinstrumente, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Investment Grade

Sehr tiefes Kreditrisiko

AAA

657'218

657'218

Tiefes Kreditrisiko

AA+, AA, AA-, A+, A, A-

1'416'871

1'416'871

Moderates Kreditrisiko

BBB+, BBB, BBB-

281'472

281'472

Geringe Bonität

BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C

17'169

17'169

Ausfall

D

0

Bruttobetrag

2'355'561

17'169

0

2'372'730

Wertberichtigungen

–608

–439

–1'047

Nettobetrag

2'354'953

16'730

0

2'371'683

in CHF 1'000

Ausfallrisiken auf Kreditzusagen und Finanzgarantien

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 31.12.2023

Ausfallrisiken auf Kreditzusagen und Finanzgarantien

Tiefes Kreditrisiko

0

Moderates Kreditrisiko

220'807

14'717

235'524

Hohes Kreditrisiko

0

Gefährdeter Kredit

0

Ausfall

0

Bruttobetrag

220'807

14'717

0

235'524

Wertberichtigungen

–20

–232

–252

Nettobetrag

220'787

14'485

0

235'272

Erwartete Kreditverluste nach IFRS 9 Wertberichtigungen

in CHF 1'000

Wertberichtigungen der untenstehenden Finanzinstrumente

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 2024

Forderungen gegenüber Kunden – Hypothekarkredite1

1. Januar 2024

108

8

8'766

8'882

Neue finanzielle Vermögenswerte, entstanden oder gekauft

38

1'893

1'931

Transfer

0

zu Stufe 1

1

2

3

zu Stufe 2

–4

–4

zu Stufe 3

1

1

Netto-Neubewertung der ECL-Wertberichtigungen

–29

21

640

632

Während der Berichtsperiode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (nicht abgeschrieben), das heisst Rückzahlungen, Modifikationen, Verkäufe usw.

–18

–1

–153

–172

Änderungen in Modellen / Risikoparametern

0

Abschreibungen von Ausleihungen / zweckkonforme Verwendung

–290

–290

Währungsumrechnung und übrige Anpassungen

2

3

5

31. Dezember 2024

102

26

10'860

10'988

Forderungen gegenüber Kunden – Lombardkredite1

1. Januar 2024

1'013

447

9'836

11'296

Neue finanzielle Vermögenswerte, entstanden oder gekauft

419

212

631

Transfer

0

zu Stufe 1

–60

–60

zu Stufe 2

61

61

zu Stufe 3

0

Netto-Neubewertung der ECL-Wertberichtigungen

–298

3

352

57

Während der Berichtsperiode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (nicht abgeschrieben), das heisst Rückzahlungen, Modifikationen, Verkäufe usw.

–302

–83

–416

–801

Änderungen in Modellen / Risikoparametern

0

Abschreibungen von Ausleihungen / zweckkonforme Verwendung

0

Währungsumrechnung und übrige Anpassungen

7

5

101

113

31. Dezember 2024

779

645

9'873

11'297

Forderungen gegenüber Kunden – sonstige Kredite1

1. Januar 2024

192

0

1'501

1'694

Neue finanzielle Vermögenswerte, entstanden oder gekauft

45

100

145

Transfer

0

zu Stufe 1

0

zu Stufe 2

0

zu Stufe 3

9

–9

0

Netto-Neubewertung der ECL-Wertberichtigungen

–2

–9

1'459

1'448

Während der Berichtsperiode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (nicht abgeschrieben), das heisst Rückzahlungen, Modifikationen, Verkäufe usw.

–62

–524

–586

Änderungen in Modellen / Risikoparametern

0

Abschreibungen von Ausleihungen / zweckkonforme Verwendung

0

Währungsumrechnung und übrige Anpassungen

22

22

31. Dezember 2024

173

0

2'549

2'723

1Nach Art der Deckung.

in CHF 1'000

Wertberichtigungen der untenstehenden Finanzinstrumente

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 2023

Forderungen gegenüber Kunden – Hypothekarkredite1

1. Januar 2023

112

14

3'112

3'238

Neue finanzielle Vermögenswerte, entstanden oder gekauft

30

30

Transfer

0

zu Stufe 1

0

zu Stufe 2

0

zu Stufe 3

–4

4

0

Netto-Neubewertung der ECL-Wertberichtigungen

–9

–1

5'281

5'271

Während der Berichtsperiode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (nicht abgeschrieben), das heisst Rückzahlungen, Modifikationen, Verkäufe usw.

–25

–1

–172

–198

Änderungen in Modellen / Risikoparametern

0

Abschreibungen von Ausleihungen / zweckkonforme Verwendung

0

Währungsumrechnung und übrige Anpassungen

541

541

31. Dezember 2023

108

8

8'766

8'882

Forderungen gegenüber Kunden – Lombardkredite1

1. Januar 2023

548

10

15'891

16'449

Neue finanzielle Vermögenswerte, entstanden oder gekauft

721

34

755

Transfer

0

zu Stufe 1

0

zu Stufe 2

463

–463

0

zu Stufe 3

0

Netto-Neubewertung der ECL-Wertberichtigungen

–43

–58

341

240

Während der Berichtsperiode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (nicht abgeschrieben), das heisst Rückzahlungen, Modifikationen, Verkäufe usw.

–213

–2

–30

–245

Änderungen in Modellen / Risikoparametern

0

Abschreibungen von Ausleihungen / zweckkonforme Verwendung

–5'256

–5'256

Währungsumrechnung und übrige Anpassungen

–647

–647

31. Dezember 2023

1'013

447

9'836

11'296

Forderungen gegenüber Kunden – sonstige Kredite1

1. Januar 2023

192

5

3'212

3'410

Neue finanzielle Vermögenswerte, entstanden oder gekauft

121

121

Transfer

0

zu Stufe 1

0

zu Stufe 2

0

zu Stufe 3

–6

6

0

Netto-Neubewertung der ECL-Wertberichtigungen

–33

629

596

Während der Berichtsperiode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (nicht abgeschrieben), das heisst Rückzahlungen, Modifikationen, Verkäufe usw.

–84

–5

–1'288

–1'377

Änderungen in Modellen / Risikoparametern

0

Abschreibungen von Ausleihungen / zweckkonforme Verwendung

–1'017

–1'017

Währungsumrechnung und übrige Anpassungen

2

–41

–39

31. Dezember 2023

192

0

1'501

1'694

1Nach Art der Deckung.

Die folgende Tabelle zeigt die grössten Veränderungen der Wertberichtigungen nach Stufen.

in CHF 1'000

Einfluss: Erhöhung/Reduktion

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 2024

Neue Einzelwertberichtigungen

1'993

1'993

Neubeurteilung von Einzelwertberichtigungen

1'359

1'359

Zweckkonforme Verwendung der Kreditrückstellung (ein Kunde)

–290

–290

Rückgang Bonds Volumen

–65

–71

–136

Sonstige Effekte

76

–20

127

183

Total

11

–91

3'189

3'109

in CHF 1'000

Einfluss: Erhöhung/Reduktion

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Total 2023

Zweckkonforme Verwendung der Kreditrückstellung (zwei Kunden)

–6'275

–6'275

Bond Verkauf Stage 2

–100

–100

Lombardkredite: Wechsel von Stage 3 nach Stage 2

439

–439

0

Unwiderrufliche Kreditzusage (Ausserbilanz, 1 Kunde): Wechsel von Stage 1 nach Stage 2

–253

253

0

Sonstige Effekte

365

–127

–162

76

Neubeurteilung von Einzelwertberichtigungen

4'763

4'763

Total

112

465

–2'113

–1'536

Die nachfolgende Tabelle liefert Informationen über Vermögenswerte, welche angepasst wurden und gleichzeitig eine Wertberichtigung der Stufe 2 und 3 haben.

Angaben über den Anpassungseffekt bei der Bewertung von gefährdeten Krediten (Stufe 2 und 3) in CHF 1'000

Total 2024

Total 2023

Vermögenswerte, angepasst während des Geschäftsjahres

Bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten vor der Anpassung

Netto-Anpassungsverlust

Vermögenswerte, angepasst seit dem erstmaligen Ansatz

Bruttobetrag per 31. Dezember der Vermögenswerte, welche bei der Wertberichtigung von Stufe 2 oder Stufe 3 zu Stufe 1 gewechselt haben.

1'805

2'000

6. Operationelles Risiko

Während Finanzrisiken bewusst eingegangen werden, um Erträge zu erwirtschaften, soll das operationelle Risiko durch geeignete Kontrollen und Massnahmen vermieden oder, falls dies nicht möglich ist, auf ein von der Bank festgelegtes Niveau reduziert werden.

Die Ursachen für operationelles Risiko sind facettenreich. Menschen unterlaufen Fehler, Drittparteien liefern die vereinbarte Leistung nicht, externe Risiken wirken auf die Bank ein oder Geschäftsprozesse greifen nicht. Daher gilt es die Auslöser bedeutender Risikoereignisse und deren Effekte zu eruieren, um sie mit geeigneten präventiven Massnahmen zu verhindern oder zumindest zu begrenzen.

Das Management des operationellen Risikos wird in der VP Bank als integrative Querschnittsfunktion verstanden, die gruppenweit einheitlich sowie bereichs- und prozessübergreifend umzusetzen ist. Dabei kommen folgende Methoden zum Einsatz:

  • Das Interne Kontrollsystem der VP Bank umfasst alle prozessintegrierten und prozessunabhängigen Vorkehrungen, Funktionen und Kontrollen, welche den ordnungsgemässen Geschäftsbetrieb sicherstellen.
  • Um potenzielle Verluste rechtzeitig zu erkennen und um sicherzustellen, dass noch ausreichend Zeit für die Planung und Realisierung von Gegensteuerungsmassnahmen verbleibt, werden Frühwarnindikatoren eingesetzt.
  • Bedeutende Verlustereignisse werden systematisch erfasst und zentral ausgewertet. Die Erkenntnisse aus der Verlustdatensammlung fliessen unmittelbar in den Risikomanagementprozess ein.
  • Operationelle Risiken werden im Rahmen des gruppenweiten, jährlichen Non Financial Risk Assessments Top-down und Bottom-up beurteilt. Auf Basis dieser Beurteilungen entscheidet das Group Executive Management über den Umgang mit den identifizierten Risiken und bestimmt, falls notwendig, vorausschauend risikoreduzierende Massnahmen.

Die Einheit Group Operational Risk & Methodology, als Teil von Group Compliance & Operational Risk, ist für die gruppenweite Implementierung, Überwachung und Weiterentwicklung der eingesetzten Methoden und Tools zum Management operationeller Risiken zuständig.

Für die Identifizierung und Bewertung operationeller Risiken sowie für die Definition und Durchführung von Schlüsselkontrollen und Massnahmen zur Risikobegrenzung ist jede Führungsperson verantwortlich.

Die Angemessenheit und Effektivität der Kontrollen werden periodisch beurteilt. Die aktuelle Risikosituation der operationellen Risiken wird quartalsweise an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat rapportiert.

Operationelle Resilienz und Business Continuity Management (BCM) sind ein weiterer wichtiger Teilbereich des operationellen Risikomanagements. Operationelle Resilienz bezeichnet die Fähigkeit des Instituts, seine kritischen Funktionen gegen potenzielle Angriffe, Ausfälle und Beeinträchtigungen abzusichern und bei Unterbrechung innerhalb der Unterbrechungstoleranz wiederherstellen zu können. BCM bezeichnet zusammenfassend eine Managementmethode, die anhand eines Lebenszyklus-Modells die Fortführung der Geschäftstätigkeit unter Krisenbedingungen oder zumindest unvorhersehbar erschwerten Bedingungen absichert. Ziel eines BCM ist eine systematische Vorbereitung und Testung auf die Bewältigung von aussergewöhnlichen Schadenereignissen, so dass auch in kritischen Situationen und Notfällen wichtige Prozesse nicht oder nur vorübergehend unterbrochen werden und die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens trotz eines Schadenereignisses gesichert bleibt. Dazu hat der Verwaltungsrat der VP Bank die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung im Zusammenhang mit operationeller Resilienz und BCM klar geregelt.  Die gruppenweite Krisenorganisation ist ein integraler Bestandteil der VP Bank und tritt in Kraft, sobald ein geschäftskritisches Schadenereignis eingetreten ist oder ein dementsprechender Zustand droht. Die Mitglieder der Krisenorganisation werden regelmässig geschult.

7. Informations­sicherheitsrisiko

Der Schutz vor Angriffen aus dem Internet hat für die VP Bank nach wie vor höchste Priorität. Dieser Schutz wird durch moderne IT-Systeme sowie durch geschulte und sensibilisierte Mitarbeitende gewährleistet. Die Anforderungen an die Informationssicherheit sind in unternehmensweiten Richtlinien festgelegt und werden durch technische und organisatorische Massnahmen umgesetzt. Daten werden bei der VP Bank durch robuste Prozesse und hochentwickelte Systeme geschützt. Cyberbedrohungen sind Gegenstand einer kontinuierlichen Analyse, und je nach Risiko werden geeignete Abwehrmassnahmen ergriffen. Durch gezieltes Schwachstellenmanagement und regelmässige Penetrationstests gewährleistet die VP Bank ein hohes Sicherheitsniveau.

8. Geschäftsrisiko und strategisches Risiko

Das Geschäftsrisiko resultiert zum einen aus unerwarteten Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen mit negativen Auswirkungen auf die Ertragslage oder die Eigenmittel, zum anderen bezeichnet es die Gefahr von unerwarteten Verlusten, die sich aus Management­entscheidungen zur geschäftspolitischen Ausrichtung der Gruppe ergeben können (strategisches Risiko). Das Group Executive Management ist für die Bewirtschaftung des Geschäftsrisikos verantwortlich. Dieses wird unter Berücksichtigung des Bankenumfelds und der internen Unternehmenssituation durch das Group Executive Management analysiert, es werden Top-­Risiko-­Szenarien abgeleitet und entsprechende Massnahmen erarbeitet, mit deren Umsetzung die zuständige Stelle bzw. Organisationseinheit beauftragt wird (Top­-down­ Prozess).

9. Compliance Risiko

Unter Compliance Risiko wird die Gefahr der Verletzung von gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften verstanden, welche der Reputation der VP Bank erheblich schaden sowie zu Sanktionen, Bussen oder gar zu einem Lizenzentzug führen kann. Das Compliance Risiko der VP Bank besteht insbesondere darin, dass die VP Bank Financial Crime Compliance Risiken ihrer Kunden sowie Gegenparteien – wie Geldwäscherei, Terrorismus­finanzierung, Sanktionen und Embargos sowie Betrugs­- oder Korruptionsakti­vitäten – nicht bzw. nicht ausreichend erkennt und keine geeigneten Überwachungs-­ und Kontrollprozesse/Kontrollmassnahmen zur Erkennung, Bewirtschaftung und Beschränkung der grenzüberschreitenden Compliance Risiken (Cross-border) sowie der Steuer­- und Investment Compliance Risiken etabliert hat.

Sämtliche relevanten Compliance Risiken, welche für die Geschäfts- und Dienstleistungsaktivitäten der VP Bank Gruppe von Bedeutung sind, werden im Rahmen eines gruppenweiten, jährlichen Non Financial Risk Assessments Top-down und Bottom-up erfasst und beurteilt. Dabei werden alle relevanten, risikobasierten Compliance Kontrollen sowie Prozesse und Systeme in der Gesamtorganisation der VP Bank Gruppe zwecks Feststellung ihrer Aktualität, Angemessenheit und Effektivität beurteilt. Dabei müssen die risikobasierten Compliance Kontrollen in einem angemessenen Verhältnis zur Höhe des jeweiligen Risikos, zum Bewirtschaftungsaufwand der Kontrollen und zu den Kontrollzielen stehen. Die VP Bank Gruppe stellt zudem durch regel­mässige Compliance Weiterbildungen sicher, dass alle Mitarbeitenden der VP Bank Gruppe die relevanten Compliance Vorschriften kennen und anwenden können.

10. ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken

ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken (nachfolgend: «ESG-Risiken») stellen das Risiko negativer wirtschaftlicher Auswirkungen für die VP Bank dar, die sich aus öko­logischen (Environment), sozialen (Social) und Unternehmensführungs-Faktoren (Governance) ergeben können. Die VP Bank betrachtet ESG-Risiken nicht als eigenständige Risikokategorie sondern als Risikotreiber, der sich in anderen Risikogruppen oder Risikokategorien manifestieren kann. Die erfolgte Aufnahme von ESG-Risiken in die Risikotaxonomie und in den Risikomanagementprozess trägt der zunehmenden Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit in der Finanzbranche Rechnung. Die VP Bank erfasst, evaluiert und berücksichtigt ESG-Risiken in ihren Geschäftsaktivitäten sowie bei der Beurteilung ihrer Gegenparteien und Kundenbeziehungen.

Die VP Bank hat sich das Ziel gesetzt, ihre wesentlichen Kreditportfolios und bilanzwirksamen Investitionsportfolios bis 2050 auf Netto-Null-Emissionen auszurichten. Darüber hinaus erwartet die VP Bank von Geschäftspartnern die Einhaltung von mindestens drei international anerkannten Standards, namentlich «UN Global Compact», «United Nations Guiding Principles for Business and Human Rights» und «International Labour Organisation (ILO) Standards».

11. Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko stellt das Risiko negativer wirtschaftlicher Auswirkungen dar, die durch die Schädigung des öffentlichen Ansehens bzw. des Rufs der VP Bank entstehen könnten. Strategie- und Geschäftsrisiken, operationelle und Compliance ­Risiken, Finanzrisiken sowie ESG-Risiken können in Reputationsrisiken münden und das Vertrauen von Mitarbeitenden, Kunden, Aktionären, Regulatoren oder der Öffentlichkeit im Allgemeinen in die Bank schwächen.

Dadurch können Vermögensverluste bzw. Ergebniseinbussen entstehen, beispielsweise durch verschlechterte oder endende Kundenbeziehungen, Rating-Herabstufungen, höhere Refinanzierungskosten oder erschwerten Zugang zum Interbankenmarkt.

Reputationsrisiken werden vom Group Executive Management überwacht.