Klimawandel (ESRS E1)

Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme (GOV-3)

Die Informationen zur Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme sind im Kapitel ESRS 2 GOV-3 zu finden.

Übergangsplan für den Klimawandel (E1-1, SBM-3)

Die VP Bank bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen. Ein ESRS-konformer Übergangsplan zum Klimaschutz liegt derzeit noch nicht vor. Die Erarbeitung und Veröffentlichung eines solchen Plans ist im Rahmen der Nachhaltigkeits­berichterstattung 2025 vorgesehen. Ziel ist es, die Risiken und Chancen des Klimawandels zu quantifizieren und strategisch darauf zu reagieren.

Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse hat gezeigt, dass die Klimathematik in der nachgelagerten Wertschöpfungs­kette der VP Bank, konkret im Kredit- und Anlagegeschäft, wesentlich ist. Bezüglich der Treibhausgas­emissionen gibt Kapitel E1-6 einen detaillierten Überblick über das Treibhausgasinventar der VP Bank und zeigt auf, dass diese im Wesentlichen in Form von finanzierten Emissionen im Bereich Scope 3, Kategorie 15 anfallen.

Im Kreditgeschäft zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels und die Anpassung daran vor allem im Bereich des Hypothekargeschäfts, das gleichzeitig einen hohen Anteil des Kreditportfolios ausmacht. Im Zusammenhang mit Immobilien sind die Themen Treibhausgas­emissionen, Energieeffizienz und Lebensdauer einer Immobilie von Bedeutung. Durch die Finanzierung energieintensiver Gebäude, insbesondere durch eine niedrige Energieeffizienz und Heizsysteme beruhend auf fossilen Energieträgern, hat die VP Bank einen indirekten negativen Einfluss auf den Klimawandel. Die Förderung nachhaltiger Bauweisen und energetischer Sanierungen sowie eine Sensibilisierung der Kunden für die Thematik kann dazu beitragen, die negativen Auswirkungen im Hypothekargeschäft zu reduzieren.

Das Anlagegeschäft im Kontext des Übergangsplans umfasst Anlagen, bei denen die VP Bank den Anlageentscheid trifft und somit auch die Anlage­verant­wortung trägt. Dazu gehören die bilanzwirksamen Eigenanlagen der VP Bank sowie die diskretionären Vermögens­verwaltungsmandate und die VP Bank Fonds. Grundsätzlich verstehen wir es als unsere treuhänderische Pflicht, finanziell wesentliche Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den von uns verwalteten Vermögens­werten unserer Kunden zu verstehen und bei der Anlageentscheidung zu berücksichtigen. Dazu gehören auch physische und Übergangsrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die finanzielle Wesentlichkeit klimabezogener Risiken und Chancen im Anlagegeschäft hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, unter anderem von der Anlageklasse, dem Anlagehorizont, dem Anlagestil und der Region.

Die Auswirkungen auf den Klimawandel im Anlagebereich sind indirekter Natur und resultieren aus den Anlageentscheiden der VP Bank. Beispielsweise können Investitionen in kohlenstoff­intensive Branchen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben und die Häufigkeit und Intensität physischer Risiken erhöhen. Umgekehrt können Investitionen in technologische Neuerungen und innovative Unternehmen positive Auswirkungen haben. Allerdings ist der Wirkungsaspekt bei Investitionen schwer mess- und quantifizierbar und kann im Portfoliokontext ggf. kurzfristig zu negativen finanziellen Effekten führen. Die Berücksichtigung von Wirkungs­aspekten bei Anlageentscheidungen im Bereich der Kundenvermögen ist daher davon abhängig, ob der Kunde dies explizit wünscht und uns seine Präferenzen entsprechend mitteilt.

Als ersten Schritt zur Entwicklung eines umfassenden Übergangsplans zum Klimawandel hat die VP Bank begonnen, auf Basis eines sektoralen Dekarbonisierungsansatzes (SDA) erste Dekarbonisierungsziele und -massnahmen für ihre bilanz­wirksamen Eigenanlagen zu definieren. Weiterführende Informationen sind dem Kapitel E1-4 zu entnehmen. Umsetzung der bereits definierten Massnahmen und die Erreichung der Ziele stehen im Einklang mit dem Budgetierungsprozess bzw. den strategischen Ertragszielen der Bank, und wir gehen nicht davon aus, dass sich dieser Ansatz im nächsten Berichtszeitraum wesentlich ändern wird.

Die VP Bank hat eine qualitative Klimaszenarioanalyse mit zwei Szenarien durchgeführt: «ungeordneter Übergang» und «hothouse world». Im Falle eines ungeordneten Übergangs («disorderly») werden hohe Übergangsrisiken und geringe physische Risiken angenommen, da die politischen Reaktionen zwar verzögert, aber dennoch ausreichend sind, um die Klimaziele zu erreichen. Die qualitative Analyse der VP Bank konzentriert sich in diesem Szenario auf die potenziellen Übergangsrisiken. Im Szenario «hothouse world» erfolgen die notwendigen politischen Reaktionen zu spät oder gar nicht, was zu einem starken Anstieg der physischen Risiken führt, während die Übergangsrisiken kaum zum Tragen kommen. Dementsprechend konzentriert sich die qualitative Analyse in diesem Szenario auf den Aspekt der physischen Klimarisiken. Die Bewertung der Szenarien erfolgte im Kontext kurz-, mittel- und langfristiger Zeithorizonte gemäss der Definition in Kapitel ESRS 2 BP-1. Eine quantitative Analyse wurde bisher nicht durchgeführt und ist für die Nachhaltigkeitsberichterstattung 2025 geplant. Im Folgenden werden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die für die VP Bank wesentlichen Bereiche des Kredit- und Anlagegeschäfts analysiert.

Szenario: «ungeordneter Übergang»

Die nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft, welche Übergangsrisiken und -chancen sich für die VP Bank in den Bereichen Politik und Recht, Technologie, Markt und Reputation ergeben können. Grundsätzlich können sich Übergangsrisiken negativ auf den Wert von Kreditsicherheiten auswirken. Ein Beispiel dafür ist das Verbot fossiler Brennstoffe für Heizungsanlagen, das mittel- bis langfristig zu einem Wertverlust von Immobilien führen kann. Die Anschaffung eines alternativen Heizsystems wäre mit zusätzlichen Finanzierungskosten verbunden und könnte die Tragbarkeit beeinflussen. Zudem könnte eine mittelfristige Erhöhung der nationalen CO2-Abgaben die Betriebskosten erhöhen und die Tragbarkeit für Wohneigentümer belasten. Die VP Bank ist bestrebt, Übergangsrisiken im Hypothekarportfolio laufend zu identifizieren, in die Bewertung einzubeziehen und gegebenenfalls Massnahmen abzuleiten.

Im Bereich des Anlagegeschäfts können sich Übergangsrisiken über die Neubewertung von Finanzanlagen mittelfristig in Marktrisiken niederschlagen. Diese Auswirkungen, Risiken und Chancen gilt es für die VP Bank zu identifizieren. Übergangsrisiken ergeben sich fortlaufend aus dem Wandel zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Damit verbunden sind verschiedene Unsicherheiten, z.B. politischer oder technologischer Natur, die sich kurz- bis mittelfristig in Form von finanziellen Risiken niederschlagen können, aber auch interessante Anlagechancen darstellen. Auch hier besteht die Tendenz, sich mittel- bis langfristig auf bestimmte Sektoren und Regionen zu konzentrieren, z.B. auf kohlenstoffintensive Sektoren, die stärker von Übergangs­risiken betroffen sind. Ebenso wirken sich politische Massnahmen auf nationaler Ebene (z.B. Einführung einer CO2-Steuer) direkt auf Wirtschafts­standorte aus. Mit Hilfe der Klimaszenario­analyse wollen wir besser verstehen, wo sich diese Risiken konzentrieren und welche finanziellen Auswirkungen sich daraus ergeben können, und diese Erkenntnisse in die Entwicklung des Übergangsplans zum Klimawandel einfliessen lassen.

Beispiele für Übergangsrisiken und -chance

Politik und Recht

Technologie

Markt

Reputation

Risiken und Chancen

Höhere Bepreisung von Treibhausgasemissionen

Ersatz bestehender Produkte und Dienstleistungen durch emissionsärmere Optionen

Veränderungen des Verbraucherverhalten

Veränderungen der Verbraucherpräferenzen

Verstärkte Emissionsbericht- erstattungspflichten

Erfolglose Investitionen in neue Technologien

Unsicherheit in Bezug auf Marktsignale

Stigmatisierung des Sektors

Mandate und Regulierungen in Bezug auf bestehende Produkte und Dienstleistungen

Kosten des Übergangs zu emissionsärmeren Technologien

Gestiegene Rohstoffkosten

Zunehmende Besorgnis der Interessenträger

Gefahr von Rechtsstreitigkeiten

Negative Rückmeldungen der Interessenträger

Auswirkungen

Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten; Beeinträchtigung des Bankbetriebs

Chancen für neue Produkte und Investitionsmöglichkeiten; Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten (gestrandete Vermögenswerte)

Neubewertungen von Vermögenswerten (Finanzanlagen und Kreditsicherheiten)

Rückläufige Erträge und verringerte Kapitalverfügbarkeit führen zu Neubewertung von Vermögenswerten (Finanzanlagen und Kreditsicherheiten)

Szenario: «hothouse world»

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, welche akuten und chronischen physischen Risiken sich für die VP Bank aus verschiedenen Naturgefahren ergeben können. Im Bereich der Kreditrisiken können sich physische Risiken mittel- bis langfristig wertmindernd auf Kreditsicherheiten oder auf die von der VP Bank finanzierten Immobilien auswirken. Sanierungs- und Absicherungs­massnahmen gegen Umweltereignisse können die Finanzierungskosten und damit die Tragbarkeit der Kreditnehmer mittelfristig beeinflussen. Zur Ermittlung möglicher physischer Klimarisiken bei ihren Hypotheken hat die VP Bank eine erste Erhebung der Gefährdung ihres Hypothekarportfolios durch Naturgefahren durchgeführt. Dabei wurden Lawinen, Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutsche und Steinschlag als potenzielle Risiken durch Naturgefahren erkannt. Das Gefährdungs­potenzial ist grundsätzlich als gering einzustufen, wobei einzelne Objekte einer erhöhten Hochwasser­gefährdung ausgesetzt sind, welche bereits kurzfristig eine finanzielle Belastung darstellen kann. Die finanziellen Auswirkungen dieser Naturgefahren auf die VP Bank werden grundsätzlich als gering eingestuft. Liechtenstein gehört neben der Schweiz zu den wenigen Ländern, in denen Gebäude und Hausrat flächen­deckend gegen Feuer- und Elementarschäden versichert sind.

Im Anlagegeschäft können sich physische Risiken über die Neubewertung der Finanzanlagen auch auf die Marktrisiken der VP Bank auswirken. Bei den Eigenanlagen und im Kundengeschäft berücksichtigt die VP Bank eine Vielzahl von Kriterien, um ein breit diversifiziertes Portfolio von hoher Qualität sicherzustellen. Die Relevanz der physischen Risiken von Unternehmen und Staaten, in welche die VP Bank investiert, hängt insbesondere von der Region und der Branchen­zugehörigkeit ab. Die mittel- bis langfristigen finanziellen Auswirkungen sind daher eher als gering einzustufen, da das Portfoliorisiko kurzfristig durch Desinvestitionen von Anlagen mit erhöhtem Risiko reduziert werden kann. Langfristig können die chronischen physischen Risiken für die Anlagen an Relevanz gewinnen, sofern die zu erwartenden Wertminderungen der Anlagen im Portfoliokontext nicht mehr diversifiziert werden können. Die zukünftig von der VP Bank durchgeführte Klimaszenarioanalyse soll zusätzliche quantitative Erkenntnisse liefern und darauf aufbauend in die Erarbeitung des Übergangsplans zum Klimawandel einfliessen.

Beispiele für physische Risiken

Temperatur

Wind

Wasser

Feststoffe

Potenzielle finanzielle Auswirkungen

Bankrisiken

Chronisch

Temperatur- änderungen; Hitzestress

-

Änderungen der Niederschlagsmuster; Anstieg der Meeresspiegel

Bodenerosion

Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten; Beeinträchtigung des Bankbetriebs

Kreditrisiken; Marktrisiken; Operationelle Risiken

Akut

Hitzewelle; Kältewelle; Wald- und Flächenbrände

Stürme

Dürre, starke Niederschläge; Hochwasser

Lawinen; Erdrutsche

Wertminderung von Finanzanlagen und Kreditsicherheiten; Beeinträchtigung des Bankbetriebs

Kreditrisiken; Marktrisiken; Operationelle Risiken

Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)

Die Identifikation und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen erfolgte entlang der gesamten Wertschöpfungskette der VP Bank. Aufgrund unserer Branchenzugehörigkeit ergeben sich klimabezogene Auswirkungen sowie Risiken und Chancen vor allem aus dem Investitionsexposure in andere Unternehmen. Sowohl die vorgelagerte Wertschöpfungskette als auch der eigene Betrieb haben einen unwesentl­ichen Anteil an den verursachten und der VP Bank zurechenbaren Emissionen (siehe Kapitel E1-6). Zur Identifikation und Beurteilung der IRO hat die VP Bank für jede der drei Stufen der Wertschöpfungskette sogenannte «Hotspots» definiert, welche zur Beurteilung der Wesentlichkeit herangezogen wurden, mehr dazu in Kapitel ESRS 2 IRO-1.

Für die VP Bank wurden wesentliche klimarelevante Auswirkungen im Kredit- und Anlagegeschäft identifiziert. Im Kreditgeschäft stehen die Hypotheken und die damit finanzierten Emissionen der Gebäude im Vordergrund. Bei der Bewertung der Gebäude wurden die Auswirkungen durch Scope 1 Emissionen (direkt verursachte THG-Emissionen, z.B. Heizung) und Scope 2 Emissionen (zugekaufte THG-Emissionen, z.B. Stromproduktion) anhand von Schätzwerten berücksichtigt, jedoch keine Scope 3 Emissionen (THG-Emissionen durch Hausbau). Im Bereich der Investitionen erfolgte die Bewertung anhand der Branchenzugehörigkeit und der Region. Dies liegt darin begründet, dass die finanzierten Emissionen im Bereich der Investitionen überproportional aus dem Engagement in THG-intensiven Branchen resultieren. Somit führen auch anteilig geringe Volumina in THG-intensiven Branchen zu einem hohen Anteil an den insgesamt finanzierten Emissionen. Vor diesem Hintergrund wurden erste Massnahmen in Form eines sektoralen Dekarbonisierungs­ansatzes (SDA) für die Eigenanlagen der VP Bank getroffen (siehe Kapitel E1-4).

Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel (E1-2)

Die VP Bank entwickelt ihr Risikorahmenwerk laufend weiter und ist gleichzeitig bestrebt, Chancen, die sich aus dem Klimawandel und der Anpassung an den Klimawandel ergeben, zu erkennen und zu steuern. Kurzfristig konzentriert sie sich auf Übergangsrisiken, die sich aus regulatorischen Änderungen und der Anpassung an Kundenbedürfnisse und -präferenzen ergeben. Physische Risiken werden in erster Linie als langfristige Risiken betrachtet. Um die potenziellen negativen Auswirkungen und wirtschaftlichen Folgen von Naturgefahren besser zu verstehen, wurde damit begonnen, die Exposure des Hypothekarportfolios gegenüber Naturgefahren zu bewerten.

Zur Klassifizierung der Klimarisiken, d.h. der physischen Risiken und der Übergangsrisiken, hat die VP Bank die Risikoterminologie des TCFD-Frameworks übernommen. Qualitative Angaben gemäss den Richtlinien der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sind im vorliegenden Bericht enthalten und werden durch Verweise auf die entsprechenden Berichts­abschnitte im Anhang SN.5 als TCFD-Inhaltsindex gekennzeichnet.

Im Bereich der finanziellen Wesentlichkeit spricht die VP Bank in internen Prozessen und Weisungen von ESG-Risiken und klimabezogenen Finanzrisiken. Diese ergeben sich in erster Linie aus dem Engagement der Bank gegenüber ihren Kunden und Gegenparteien sowie aus den investierten Vermögenswerten. Sie können sich sowohl in finanziellen als auch in nichtfinanziellen Risiken manifestieren. Bei der Betrachtung von ESG-Risiken fokussiert die VP Bank auf die finanzielle Wesentlichkeit (Outside-in Perspektive). Dementsprechend sind ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken in das Risikomanagement der VP Bank integriert.

Die vorangehende Abbildung zeigt die Systematik der Risiken mit der Wirkung von ESG-Risiken und klimabezogenen Finanzrisiken als Treiber in den Risikokategorien und Reputationsrisiken als Folgerisiken.

Unser Risikomanagementprozess enthält eine umfassende Risikoüberwachung, die funktional und organisatorisch unabhängig von den risikonehmenden Einheiten durchgeführt wird. Die Risikoüberwachung umfasst die Risiko­kontrolle und das Risikoreporting. Die VP Bank identifiziert und bewertet ESG und klimabezogene Finanzrisiken mittels Bottom-up und Top-down Analysen im Rahmen der Risikoinventur. Diese bildet die Grundlage für die Risiko­identifikation und die Risikostrategie. Die Ergebnisse der Risikobeurteilungen bilden die Grundlage für das Controlling und Reporting.

Die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken werden als Finanzrisiken betrachtet, die in den bestehenden Rahmen des Risikomanagements zu integrieren sind. Das Risikomanagement umfasst Massnahmen auf allen Organisations­ebenen, um die als wesentlich eingestuften Bankrisiken aktiv zu beeinflussen. Das Risk Appetite Statement und andere Rahmenwerke der Bank wurden um ESG-Risiken und klimabezogene Finanzrisiken erweitert. Die Entwicklung von 1st Line Richtlinien für ESG- und klimabezogene Finanzrisiko-KPIs ist in Arbeit. Parallel dazu werden die entsprechenden 2nd Line Überwachungsprozesse und das Risikoreporting weiterentwickelt.

Im Einklang mit dem allgemeinen Risikomanagementansatz der VP Bank, der auf dem Rahmenwerk der drei Verteidigungslinien (Lines of Defense) basiert, werden die gleichen Grundsätze für klimabezogene Finanzrisiken angewandt, wobei die Verteidigungslinien unterschiedliche Rollen und Funktionen haben, wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Verteidigungslinie

Funktion

Beschreibung

Erste

Risikosteuerung

Aufrechterhaltung wirksamer interner Kontrollen und Durchführung von ESG Risiko- und Kontrollverfahren im Tagesgeschäft.

Zweite

Risikoüberwachung und Compliance

Unterstützung beim Aufbau von Kontrollen in der ersten Verteidigungslinie. Unabhängige Überwachung und Berichterstattung.

Dritte

Interne Revision

Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen.

Um das ESG-Risikomanagement über das gesamte Produktuniversum der VP Bank Gruppe zu stärken, sind ESG-Kriterien seit 2022 in der Architektur des New Product Process (NPP) und des Product Review Process (PRP) verankert. Im PRP werden die Ergebnisse der initialen Analyse verwendet und laufend angepasst. Die Bewertung im NPP erfolgt durch die Head Group Sustainability oder stellvertretend durch den CIO als Vertreter im Product and Pricing Committee (PCC). Im Rahmen des PRP werden ESG-Kriterien als zusätzliche Risikoart «Sustainability» im Scoringmodell verankert.

Im Jahr 2023 hat die VP Bank ihre Responsible Investment Policy eingeführt, die Nachhaltig­keits­kriterien bei allen Investitionen berücksichtigt, bei denen die VP Bank den Anlageentscheid trifft. Die VP Bank integriert Nachhaltigkeitskriterien in alle diskretionären Vermögensverwaltungs­mandate, bei VP Bank Fonds sowie im Bereich der Eigen­anlagen. Die Weisung gilt auch im Bereich der Empfehlungsliste für Beratungsmandate, wobei die Anlage­entscheidung beim Kunden selbst liegt und es demzufolge zu Abweichungen kommen kann. Weiterführende Informa­tionen zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei Anlageentscheidungen sind im Kapitel S4-1 angegeben.

Aspekte der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien spielen im Hypothekar­kreditgeschäft eine Rolle. Durch energetische Sanierungen und die Installation erneuerbarer Energieerzeuger können negative Auswirkungen auf die Umwelt reduziert werden. Die VP Bank bietet aktuell kein Förderprogramm explizit für energetische Sanierungen an.

Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten (E1-3)

Die VP Bank hat bereits Klimaschutz- und Anpassungsmassnahmen umgesetzt oder befindet sich in der Umsetzung. Die folgende Tabelle gibt einen ausgewählten Überblick über bereits realisierte, geplante und in Umsetzung befindliche Massnahmen. Angaben zu den eingesetzten Ressourcen und finanziellen Mitteln zur Umsetzung der Massnahmen werden aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses nicht veröffentlicht. Die VP Bank ergreift vielfältige betriebliche Massnahmen zur Sensibilisierung der Belegschaft und Reduktion des Energie-, Wasser- und Papierverbrauchs sowie zur Abfallvermeidung und unterhält ein Umwelt- und Mobilitäts­management. Darüber hinaus werden die Mitarbeitenden dazu angehalten, ihr Reiseverhalten möglichst emissionsarm zu gestalten.

Fokus

Anwendungs­bereich

Massnahmen

Zielsetzung

Zielerreichung

Klimaschutz

Nachgelagert (Investments)

Im Bereich der Eigenanlagen prüft die VP Bank bei Investitionen in CO2-intensive Sektoren (Öl und Gas, Zement und Energie), ob die Gegenpartei ein Netto-Null-Ziel bis 2050 verabschiedet hat.

Finanzierte emissionen der Eigenanlagen resultieren hauptsächlich aus dem Engagement in CO2-intensiven Sektoren. Daher wird in diesen Sektoren darauf geachtet, dass sich die Gegenparteien verpflichten, bis spätestens 2050 auf Netto-Null zu gehen.

Umgesetzt

Klimaschutz

Nachgelagert (Investments)

Im Bereich der Eigenanlagen prüft die VP Bank bei allfälligen Investitionen in CO2-intensive Sektoren (Kohle, Öl und Gas, Zement und Energie), ob bei der Gegenpartei ein Mindestmass an emissions­bezogener Managementqualität gegeben ist. Als Bewertungs­massstab wird die Methode der Transition Pathway Initiative (TPI) verwendet.

Mit dieser Massnahme soll sichergestellt werden, dass die kommunizierte Netto-Null-Ambition mit einem tatsächlichen Übergang zu einem Netto-Null-Emissionspfad bei den Gegenparteien in den CO2-intensiven Sektoren einhergeht.

Umgesetzt

Klimaschutz

Nachgelagert (Kredit)

Ausbau der Datenbasis für Gebäudemerkmale zur akkurateren Messung der finanzierten Emissionen.

Um die finanzierten Emissionen genau zu bestimmen und gezielte Massnahmen zu ihrer Reduktion zu entwickeln, arbeiten wir kontinuierlich an der Erweiterung der Datenbasis und der Verbesserung der Datenqualität.

In Bearbeitung

Klimawandel­anpassung

Nachgelagert (Kredit)

Erhebung von Informationen über die Exposure unseres Hypothekarportfolios gegenüber Naturgefahren.

Die Erfassung von Naturgefahren im Hypothekarportfolio zielt auf ein besseres Verständnis der potenziellen finanziellen Risiken ab.

Umgesetzt

Klimaschutz

Eigener Betrieb

Grundsätzlich sind nur Firmenwagen mit einem WLTP-Ausstoss von maximal 95 g CO₂/km erlaubt. Es wird empfohlen, vollelektrische oder Hybridfahrzeuge zu wählen.

Durch die Umstellung des Fuhrparks am Standort Luxemburg sollen die Scope 1 Emissionen reduziert und somit die Umweltauswirkungen verringert werden.

Umgesetzt

Klimaschutz

Eigener Betrieb

Umstellung von physischen auf digitale Broschüren im Rahmen des Kontoeröffnungsprozesses.

Durch den Verzicht auf physische Broschüren konnten Ressourcen und Kosten eingespart und die damit verbundenen Emissionen reduziert werden.

Umgesetzt

Klimaschutz

Eigener Betrieb

Machbarkeitsprüfung hinsichtlich der Möglichkeiten, am Standort BVI auf erneuerbare Energieträger umzustellen und gleichermassen energieautark zu werden.

Diese Massnahme soll dazu beitragen, die Scope 2 Emissionen der VP Bank weiter zu senken und somit die negativen Auswirkungen resultierend aus der Verwendung fossiler Energieträger zu reduzieren.

In Bearbeitung

Klimawandel­anpassung

Eigener Betrieb, Nachgelagert

Durchführung von Klimaszenarioanalysen als Grundlage für die Entwicklung von Anpassungsstrategien.

Für das Jahr 2025 ist die Durchführung einer quantitativen Klimaszenarioanalyse geplant, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die VP Bank besser zu verstehen und entsprechend gezielte Massnahmen zur Reduktion eines möglichen finanziellen Risikos zu ergreifen.

Geplant

Ziele im Zusammenhang mit dem Klima und der Anpassung an den Klimawandel (E1-4)

Die VP Bank konzentriert sich auf die Bereiche der Wertschöpfungskette mit der grössten Klimarelevanz. Als Ergebnis unserer doppelten Wesentlichkeitsprüfung und im Einklang mit der allgemeinen Branchenpraxis stammen die wesentlichen klimarelevanten IROs der VP Bank aus unseren nachgelagerten Aktivitäten in der Wertschöpfungskette. Der Fokus liegt dabei auf den nachgelagerten Aktivitäten, auf die die VP Bank den grössten direkten Einfluss hat. Aufbauend auf den übergeordneten Zielen in Kapitel ESRS 2 MDR-T,  werden im Folgenden die konkreten klimarelevanten Ziele beschrieben.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die übergeordneten Klimaziele der VP Bank. Grundsätzlich konzentriert sich die VP Bank auf Massnahmen zur Emissionsreduktion auf dem Weg zur Zielerreichung. Bei allen Angaben zu den Treibhausgasemissionen im aktuellen Berichtsjahr handelt es sich um Bruttozahlen. Die Berechnung der Messgrössen erfolgt intern. Die Ziele im Zusammenhang mit Klimaaspekten beruhen derzeit nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind nicht extern validiert.

Wert­schöpfungs­kette

Geltungs­bereich (Scope)

Geltungs­bereich (Kategorie)

Einheit

Zieljahr

Zielwert

Bezugsjahr

Bezugswert

Berichtsjahr

Eigener Betrieb

Scope 1

tCO2e

2030

9.9

2024

37.5

37.5

Vorgelagert

Scope 2

markt-basiert

tCO2e

2030

51.7

2024

185.3

185.3

Vor- und nachgelagert

Scope 3

2, 5, 6, 7

tCO2e

2050

n/a1

2024

3'837.8

3'837.8

Nachgelagert

Scope 3

15 (Eigenanlagen)

tCO2e

2050

n/a1

2024

222'975.7

222'975.7

1Netto-Null-Ambition: Derzeit liegen noch keine Bruttoziele für Scope 3-Emissionen vor; diese werden im Rahmen des Übergangsplan für den Klimawandel erarbeitet und im Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht.

Betriebliche Emissionen

Für direkte Scope 1 Emission und energiebezogenen Scope 2 Emissionen hat sich die VP Bank ein Netto-Null-Ambition bis 2030 gesetzt, sowie korrespondierende zeitgebunden Bruttoemissionsziele wie in der Tabelle dargestellt. Im Bereich der Scope 1 Emission strebt die VP Bank eine Reduktion der THG-Emissionen von 73.7 Prozent an, von 37.5 tCO2e im Jahr 2024 auf 9.9 tCO2e im Jahr 2030. Ein wesentlicher Hebel ist hierbei die Umstellung des Fuhrparks auf vollelektronische Fahrzeuge. Im Bereich der Scope 2 Emission strebt die VP Bank eine Reduktion der THG-Emissionen von 72.1 Prozent an, von 185.3 tCO2e im Jahr 2024 auf 51.7 tCO2e im Jahr 2030. Wo möglich, bezieht die VP Bank Energie aus erneuerbaren Energien, um ihre Scope 1-Emission zu reduzieren. Um die Bruttoziele zu berechnen, haben wir anhand der Aktivitätsdaten 2024 und der Emissionsfaktoren von ecoinvent 3.10 berechnet, wie hoch unsere Emissionen mit allen Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien wären. Dieser Betrag wurde dann als Zielwert verwendet.

1 Im GHG Protocol werden die Emissionen aus erneuerbaren Energien nicht automatisch mit null bilanziert. Stattdessen wird der Emissionsfaktor des jeweiligen Energieträgers berücksichtigt. So können z.B. Emissionen aus der Herstellung und dem Transport von Solarzellen oder Windkraftanlagen in die Bilanz einfließen. Entsprechend verbleibt eine Residualwert im Triebhausgasinventar selbst bei vollständiger Umstellung auf erneuerbare Energien. Im Gegensatz dazu wird in der Schweiz mit Netto-Emissionen bilanziert, was bedeutet, dass der Verbrauch aus erneuerbaren Energiequellen als emissionsfrei angesetzt wird.

Im Bereich der vor- und nachgelagerten Scope 3 Emissionen hat sich die VP Bank ein Netto-Null-Ambition bis 2050 gesetzt, Bruttoziele für Scope 3 Emissionen liegen noch nicht vor und werden im Rahmen des Übergangsplans für den Klimawandel erarbeitet und im Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht. Bei Scope 3 Emissionen unterscheidet die VP Bank zwischen betrieblichen Emissionen, die aus den Kategorien 2, 5, 6 und 7 resultieren, und finanzierten Emissionen, die der Kategorie 15 zuzuordnen sind. Für die VP Bank als Finanzdienst­leister sind die finanzierten Emissionen der Kategorie 15 wesentlich, welche nachfolgend im Detail dargelegt werden.

Finanzierte Emissionen

Finanzierte Emissionen werden als «Investitionen» im nachgelagerten Scope 3, Kategorie 15 erfasst. Die VP Bank hat sektorspezifische Intensitätsziele und Massnahmen zur Dekarbonisierung ihrer Eigenanlagen erarbeitet. Eine externe Validierung der Ziele liegt nicht vor. Die VP Bank wendet einen sektorspezifischen Dekarbonisierungsansatz (SDA) an, der auf der Methode der Transition Pathway Initiative (TPI) basiert. Der SDA verfolgt einen sektor­spezifischen Ansatz, bei dem Unternehmen innerhalb eines Sektors miteinander und mit sektorspezifischen Benchmarks verglichen werden. Aus diesem Vergleich ergibt sich die Leistung eines durchschnittlichen Unternehmens, das sich an internationalen Emissionszielen orientiert.

Die VP Bank wendet zeitgebundene sektorspezifische Zielwerte an, wie sie zum Zeitpunkt der letzten Branchenbewertung von TPI für das 1.5°C-Szenario angegeben werden. Dieses Szenario steht im Einklang mit dem übergeordneten Ziel des Pariser Klimaabkommens, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und weitere Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1.5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Es entspricht einem Kohlenstoffbudget, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent auf 1.5°C begrenzt.

Die VP Bank baut auf physische Intensitätsmasse und konzentriert sich auf Effizienzsteigerungen. Dies entspricht unserem Ziel, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu finanzieren. Darüber hinaus ermöglichen die Kennzahlen zur Wesentlichkeitsintensität ein besseres internes Fortschritts­­­monitoring und eine bessere Vergleichbarkeit in Branchen mit ähnlichem Produktmix. Auf diese Weise können die Auswirkungen von Konjunkturzyklen und dem damit verbundenen Geschäftswachstum oder -rückgang reduziert werden. Gleichzeitig bleiben die Kennzahlen zur physischen Intensität von einer Ausweitung der einbezogenen Geschäftssegmente und einer Zu- oder Abnahme der verwalteten Vermögen pro Geschäftssegment unberührt.

Sektor

NACE

Geltungs­bereich (Scope)

Einheit

Ziel­jahr

Ziel­wert3

Bezugsjahr

Bezugs­wert4

Berichtsjahr4

Öl und Gas

B6

1, 2, 31

gCO2e/MJ

2030

46.76

2024

71.65

71.65

Energie

D35.11

12

tCO2e/MWh

2030

0.19

2024

0.20

0.20

Zement

C23.5

1

tCO2e/t

2030

0.42

2024

0.55

0.55

Kohle

B5

1

tCO2e

2024

0.00

2024

0.00

0.00

1Wir beziehen uns auf die Kohlenstoffintensität der Primärenergieversorgung in Übereinstimmung mit der TPI-Methode und berücksichtigen Emissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 (Kategorie 11) aus der eigenen Stromerzeugung.

2Wir beziehen uns auf die Kohlenstoffintensität der Stromerzeugung in Übereinstimmung mit der TPI-Methode und berücksichtigen die Scope-1-Emissionen aus der eigenen Stromerzeugung.

3Die Zielwerte basieren auf der TPI-Methode für das 1.5°C-Szenario.

4Der Indikator wird als gewichteter Durchschnitt anhand des Investitionsvolumens im Sektor ermittelt.

Die operative Umsetzung zur Erreichung der oben beschriebenen Ziele bei unseren Eigenanlagen erfolgt auf Basis der TPI. Dementsprechend wurden zwei Kriterien in den Investitionsentscheidungsprozess für Eigenanlagen eingeführt, die erfüllt sein müssen, sofern ein Unternehmen einem der oben genannten emissionsintensiven Sektoren angehört: (i) Das Unternehmen muss sich öffentlich zu einem Netto-Null-Ziel bis 2050 oder früher bekannt haben und (ii) es muss einen TPI Management Score von 3 oder höher aufweisen. Auf diese Weise sollen die bilanzwirksamen Investitionen sukzessive auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtet werden.

Im Bereich der Eigenanlagen werden Schuldverschreibungen gemäss Geschäftsmodell der VP Bank für die Anlage der Finanzanlagen bis zur Endfälligkeit gehalten und entsprechend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Eine vorzeitige Veräusserung ist daher nur in Ausnahmefällen möglich. Dies führt zu zeitlich gebundenen Emissionen und einer Übergangs­phase in Bezug auf die nachfolgend beschriebenen operativen Anpassungen zur Berück­sichtigung klimarelevanter Kriterien bei Investitionsentscheidungen im Bereich der Eigenanlagen. Unter der Annahme einer durchschnittlichen Haltedauer von sieben Jahren werden die letzten Titel, die nicht nach den im Jahr 2023 festgelegten Kriterien gekauft wurden, in etwa im Jahr 2030 fällig.

Aufgrund der derzeit teilweise noch geringen Datenverfügbarkeit können die intensitätsbasierten Messgrössen von Jahr zu Jahr variieren, bis eine bessere Datenerfassung erreicht ist. Zukünftige Berichtsjahre werden voraussichtlich rekalibrierte Vorjahreszahlen enthalten, um eine bessere Datenverfügbarkeit und ein konsistentes Fortschrittsmonitoring zu gewährleisten. Wenn keine unternehmensspezifischen Emissions- und/oder Produktivitäts­daten verfügbar sind, wird eine branchenspezifische Durchschnittsmethode angewandt. Der Branchen­durchschnitt basiert auf Informationen, die von der TPI für jede Branche und jedes Jahr zur Verfügung gestellt werden.

THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen (E1-6)

Die VP Bank berichtet über die Scope 1, Scope 2 und Scope 3 Emissionen in Übereinstimmung mit den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocols und dem Ansatz der operativen Kontrolle (CSRD), d.h., sie konzentriert sich auf die operativen Aktivitäten, Beziehungen und Vermögens­werte, die direkt gesteuert werden können. Die folgenden Scope-3-Emissions­kategorien sind Teil unseres Scope-3-Emissionsinventars: Kategorien 2, 5, 6, 7 und 15. Obwohl Scope-3-Kategorien 2, 5, 6, und 7 nicht als wesentlich beurteilt wurden, legt die VP Bank sie aufgrund ihrer grund­sätzlichen Relevanz für einen möglichst vollständigen Gesamteindruck des Treibhausgas­inventars offen. Für Scope 3, Kategorie 1 ist die Unsicherheit in der Berechnung der Zahlen derzeit zu gross, so dass auf eine Veröffentlichung verzichtet wird. Dies wird in den nächsten Jahren weiterverfolgt und überprüft. Die Basis für die Berechnung der Treibhausgas­emissionen entspricht dem in ESRS 1 definierten Konsolidierungskreis. Es gibt keine Emissionen, die im Rahmen von Emissionshandelssystemen reguliert werden.

Rückblickend

Etappenziele und Zieljahre

Basisjahr (2024)

Berichtsjahr (2024)

 % (2024/ 2023)

2025

2030

2050

Jährlich, % des Ziels/Basisjahr

Scope 1 Treibhausgasemissionen

Scope 1 THG-Bruttoemissionen (tCO2e)

37.5

37.5

0.0 %

-

9.93

-

19.9 %

Scope 2 Treibhausgasemissionen

Standortbezogene Scope 2 THG-Bruttoemissionen (tCO2e)

507.8

507.8

0.0 %

Marktbezogene Scope 2 THG-Bruttoemissionen (tCO2e)

185.3

185.3

0.0 %

51.74

19.2 %

Signifikante Scope 3 Treibhausgasemissionen

Gesamte indirekte (Scope 3 ) THG-Bruttoemissionen (tCO2e)

537'268.0

537'268.0

0.0 %

2 Investitionsgüter

35.6

35.6

0.0 %

n/a2

5 Abfallaufkommen in Betrieben

171.5

171.5

0.0 %

n/a2

6 Geschäftsreisen

1'055.1

1'055.1

0.0 %

n/a2

7 Pendelnde Mitarbeitende

2'575.7

2'575.7

0.0 %

n/a2

15 Investitionen1

533'430.2

533'430.2

0.0 %

n/a2

THG-Emissionen, insgesamt

THG-Emissionen, insgesamt (standortbezogen) (tCO2e)

537'813.3

537'813.3

0.0 %

THG-Emissionen, insgesamt (marktbezogen) (tCO2e)

537'490.8

537'490.8

0.0 %

1Kategorie 15 entspricht den finanzierten THG-Emissionen, die weiter unten in diesem Kapitel im Detail erläutert werden.

2Netto-Null-Ambition: Derzeit liegen noch keine Bruttoziele für Scope 3-Emissionen vor, diese werden im Rahmen des Übergangsplan für den Klimawandel erarbeitet und im Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht.

3Die Restemissionen resultieren aus den monatlichen Tests der dieselbetriebenen Notstromaggregate an den verschiedenen Standorten. Diese starten im Falle eines Stromausfalls automatisch. Ein kleiner Anteil ist zudem auf den jährlichen Austausch der Kältemittelflüssigkeit in den Klimaanlagen zurückzuführen.

4Die Restemissionen ergeben sich aus aus «verkörperten Emissionen» aus der Infrastruktur, der Wartung und anderen Lebenszyklustätigkeiten von erneuerbaren Energiequellen, mit Ausnahme der Emissionen am Verbrennungspunkt.

THG-Intensität je Nettoeinnahme

N (2024)

% N/N-1

THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) je Nettoeinnahme (tCO2e/CHF 1'000)

1.6

n/a

THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) je Nettoeinnahme (tCO2e/CHF 1'000)

1.6

n/a

Überleitung der Nettoeinnahmen

Reference

Gesamtnettoeinnahmen (in CHF Mio.)1

330.5

1Die Nettoeinnahme für die Berechnung der THG-Intensität entspricht dem Geschäftsertrag für das aktuelle Berichtsjahr.

Betriebliche Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren

Für die Aktivitätsdaten für THG-Emissionen der Scopes 1, 2 und 3 (Kategorien 2, 5, 6, 7) werden, sofern möglich, Primärdaten verwendet, d.h. standortspezifische Daten, die direkt vom Lieferanten oder aus internen Prozessen stammen. 82.6 Prozent unserer Emissionen im Berichtszeitraum basieren auf primären Aktivitäts­daten. In den wenigen Fällen, in denen keine Primärdaten verfügbar waren, hat die VP Bank entweder Sekundärdaten (weniger als 1 Prozent) oder eine Mischung aus Primär- und Sekundärdaten (16.6 Prozent) verwendet. Bei den Sekundärdaten handelt es sich um Annahmen, die auf nationalen Daten oder Durchschnittswerten anderer Standorte basieren, wenn keine anderen Primärdaten verfügbar waren. Bei der VP Bank Schweiz beispielsweise lagen keine Informationen über das Verkehrs­mittel der Mitarbei­tenden auf dem Arbeitsweg vor, weshalb nationale Daten des Schweizer Bundesamts für Statistik verwendet wurden.

Wenn möglich kommen die Gesamtemissionen bzw. kommt der Emissionsfaktor einer Aktivität für Emissionen der Kategorien Scope 1, 2, und 3 (Kategorien 2, 5, 6, 7) direkt von den Lieferanten. Im Berichts­zeitraum wurden 25.4 Prozent unserer gesamten Treibhausgasemissionen anhand der Emissions­faktoren unserer Lieferanten berechnet. In Fällen, in denen diese Daten nicht verfügbar waren, wurde die ecoinvent 3.10-Datenbank mit den Werten des Global Warming Potential 100 (GWP 100) des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) aus dem Jahr 2021 verwendet, was 74.4 Prozent der Emissionen entsprach. Wenn keine Emissionsfaktoren vom Lieferanten oder von ecoinvent verfügbar waren, wurden Werte aus anderen veröffentlichten Quellen verwendet. Diese wurden im Berichtszeitraum für weniger als 1 Prozent unserer Unternehmensemissionen verwendet und umfassten beispielsweise einen Emissions­faktor aus einer Veröffentlichung des Carbon Leadership Forum, der für die Renovierung von Büros verwendet wurde.

Zur Bewertung der Datenqualität werden die Indikatoren des GHG Protocol herangezogen. Diese umfassen die technologische, zeitliche und geografische Repräsentativität sowie die Vollständig­keit und Zuverlässigkeit der Datenmessungen. In Fällen, in denen keine Primärdaten verfügbar sind, werden Annahmen und Schätzungen vorgenommen, die sich auf sekundäre Datenquellen stützten. Diese Einschränkungen können sich auf die Genauigkeit der berichteten Treibhausgas­emissionen auswirken, und es werden Anstrengungen unternommen, um die Genauigkeit und Vollständigkeit der Daten zu verbessern. Zur Erkennung von Transkriptions­fehlern und Ungereimtheiten werden alle Daten automatisch markiert, wenn sie um mehr als 5 Prozent von den Vorjahresdaten abweichen. Um die Datenqualität zu erhöhen, ist geplant, die Datenerfassung und die Emissionsfaktordaten kontinuierlich zu verbessern. Zudem muss jeder Standort Datenplausibilitäts­prüfungen durchführen.

Finanzierte THG-Emissionen

Die finanzierten Emissionen der VP Bank werden als Scope 3, Kategorie 15: «Investments» erfasst und sind für Finanzinstitute von wesentlicher Bedeutung. Die VP Bank berichtet über die THG-Emissionen aus dem Kredit- und Anlagegeschäft, wobei letzteres die Eigenanlagen der VP Bank sowie Kundenvermögen, für deren Anlageentscheid die VP Bank verantwortlich ist, einschliesst. Die methodische Umsetzung erfolgt gemäss den Richtlinien der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF). Im Bereich des Kreditgeschäfts werden die finanzierten Emissionen für Gewerbeimmobilien und Hypotheken sowie Unternehmenskredite erfasst.1 Im Anlagegeschäft werden die folgenden Assetklassen zur Berechnung der finanzierten Emissionen bei Direkt­anlagen und Fonds berücksichtigt: börsenkotierte Aktien und Unternehmensanleihen sowie Staats­anleihen. Die VP Bank bietet keine Projekt- oder Fahrzeugfinanzierungen an. Cash-Positionen und Derivate sind für die Berechnung finanzierter Emissionen nicht relevant und reduzieren den Deckungsgrad entsprechend.

1 Das Lombardgeschäft stellt einen wesentlichen Bestandteil des Kreditgeschäfts der VP Bank dar, jedoch erfolgt derzeit keine Offenlegung im Rahmen des Treibhausgasinventars der VP Bank. Einerseits gehört das Lombardgeschäft nicht zu den im PCAF-definierten Assetklassen und andererseits gibt es aktuell keine Richtlinien für die Erfassung von finanzierten Emissionen aus Lombardkrediten. Daher besteht Unsicherheit darüber, ob die hinterlegten Sicherheiten oder der Verwendungszweck als Bemessungsgrundlage herangezogen werden müssen. Zudem werden THG-Emissionen der hinterlegten Sicherheiten anteilig bereits auf der Seite der Kundenvermögen erfasst, was zu einer Mehrfachzählung der Emissionen führen würde.

Die Ermittlung der THG-Emissionen der Hypothekarforderungen erfolgt mittels Näherungswerten auf Basis der PCAF-Datenbank für europäische Gebäudeemissionsfaktoren (Version 08/2023). Die verwendeten Emissions­faktoren sind länderspezifisch und unterscheiden sich zwischen Wohn- und Gewerbe­immobilien. Im Bereich der Wohnimmobilien haben wir den Hypothekar­bestand auf die Kategorien Einfamilienhaus, Mehrfamilien­haus und Wohngebäude (Durchschnitt) abgebildet und die entsprechenden Faktoren pro Gebäude (tCO2e/#) angewendet. Bei Gewerbe­immobilien haben wir den Bestand auf die Kategorien Büro, Hotel und Nichtwohngebäude (Durchschnitt) abgebildet und die entsprechenden Faktoren pro Gebäude (tCO2e/#) angewendet. Die Entscheidung für eine einheitliche Erhebungsmethodik für alle Hypothekar­forderungen ging daher zulasten der Genauigkeit auf Einzel­positionsebene. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Datenbasis aus internen Systemen bezüglich Gebäude­merkmalen bei Bestandsimmobilien derzeit noch eingeschränkt ist und z.B. für Liechtenstein notwendige Gebäudemerkmale (z.B. Energieträger) nicht öffentlich in einem Gebäude- und Wohnungsregister einsehbar sind.

Zur Ermittlung der finanzierten Emissionen im Anlagegeschäft werden Daten eines Drittanbieters für tatsächlich berichtete THG-Emissionen von Unternehmen herangezogen. Im Rahmen von Stichproben werden diese manuell auf Grundlage von Geschäftsberichten der Unternehmen überprüft, um eine möglichst hohe Datenqualität sicherzustellen.

Art

Position

Konto

Volumen (in CHF 1'000)

Nicht abgedeckt (in CHF 1'000)

Deckungs­grad (in %)

Emissionen1 (tCO2)

Intensität (tCO2/Mio. CHF)

PCAF Qualität2 (Wert 1–5)

Kredite

Forderungen gegenüber Kunden

Hypothekar­forderungen4

3'727'549

51'371

98.6 %

6'788

1.8

5.0

ohne Hypothekar­forderungen5

42'140

32'756

22.3 %

290

30.9

2.0

Eigen­anlagen

Forderungen aus Geldmarktpapieren

171'749

1

99.9 %

26'585

154.8

4.0

Forderungen gegenüber Banken3

850'681

850'681

0 %

Finanzinstrumente

Bewertet zu fair value

192'990

50'633

73.8 %

17'642

123.9

2.2

Bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

2'227'254

178'669

92.0 %

178'748

87.3

2.8

Kunden­vermögen

Vermögen mit Verwaltungsmandat

4'484'700

306'692

93.2 %

261'470

62.6

2.7

Vermögen in eigenverwaltete Fonds

VP Bank Fonds

806'907

28'121

96.5 %

41'906

53.8

2.5

Gesamt

12'503'970

1'498'923

88.0 %

533'430

48.5

3.5

1In den ausgewiesenen finanzierten Emissionen der VP Bank werden die Scope 1- und 2-Emissionen dritter Unternehmen berücksichtigt.

2Die Berechnung des PCAF-Qualitätswert berücksichtigt keine Positionen in Fonds.

3Die Bilanzposition «Forderungen gegenüber Banken» beinhaltet ausschliesslich Sichteinlagen bei anderen Banken und ist für die Berechnung der finanzierten Emissionen nicht relevant.

4Das Konto «Hypothekarforderungen» benhaltet Gewerbeimmobilien und Hypotheken.

5Das Konto «Ohne Hypothekarforderungen» bezieht sich auf Unternehmenskredite.

Erwartete finanzielle Auswirkungen wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen (E1-9)

Die quantitativen Angaben zu den erwarteten finanziellen Auswirkungen werden im Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht. Für das laufende Geschäftsjahr wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf diese Angaben zu verzichten und sich auf eine qualitative Analyse auf der Grundlage von zwei Klimaszenarien zu stützen. Detaillierte Information hierzu finden sich in Kapitel E1-1.